Ende November soll der Betrieb im Adendorfer Eisstadion wieder losgehen. Bis dahin sei der Defekt an der Kälteanlage zu beheben, sagt die Gemeinde. (Foto: t&w)

Jetzt droht ein Streit vor Gericht

Adendorf. So mancher Eislauffreund denkt mit Wehmut daran: Vermutlich am morgigen Donnerstag, 3. Oktober, hätte das Adendorfer Eisstadion am Scharnebecker Weg seine Pforten geöffnet – wenn ein kapitaler Schaden an der Kälteanlage das nicht unmöglich gemacht hätte (LZ berichtete). Geplanter Saisonstart ist jetzt Ende November.

Immerhin, in das Adendorfer Eishallen-Dilemma dringt immer mehr Licht. Nachdem der Verwaltungsausschuss der Gemeinde am Montag vergangener Woche Mittel in Höhe von bis zu 150 000 Euro freigegeben hat, die die Verwaltung für die Behebung der Schäden in Auftrag geben darf, sind am vergangenen Freitag die Ausschreibungen der Arbeiten an vier mögliche Unternehmen verschickt worden.

Sind die Firmen an dem Auftrag interessiert, müssen sie bis zum Donnerstag, 10. Oktober, ein Angebot abgeben. „Die Auftragsvergabe kann dann in Absprache mit unserem Fachplaner ganz schnell erfolgen“, sagt Adendorfs Bürgermeister Thomas Maack (SPD). Das eingeschränkte Vergabeverfahren, das betont er, sei mit dem Rechnungsprüfungamt des Landkreises abgesprochen worden.

Maack: "Die Schuld liegt bei der Firma"

Spannend wird, wer letztlich für den Schaden an der Kühlanlage aufkommen muss. Der Defekt war bei Wartungsarbeiten im Laufe dieses Sommers festgestellt worden. Die Kälteanlage sorgt mit Hilfe von Ammoniak für das Eis im Stadion. „Ein Stoff, der nicht dorthin gehört“, so hatte es Fachbereichsleiter Holger Schölzel formuliert, war in der Kälteanlage festgestellt worden.

Ursache des Schadens, so stellte ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Gutachten fest, ist ein falsch geliefertes „Kältemaschinenöl“. Für Thomas Maack ein klarer Fall: „Die Schuld liegt bei der Firma. Die wiederum sieht das anders: Weil das Öl vom Personal des Eisstadions eingefüllt wurde, sieht sie zumindest einen Teil der Schuld bei der Gemeinde.

Bürgermeister Maack liegt bereits ein Vergleichsangebot des Unternehmens vor, das für ihn aber „nicht akzeptabel“ ist. Die Gemeinde hat deshalb einen Anwalt eingeschaltet. Ob es ein weiteres Vergleichsangebot gibt, ob man sich vor Gericht wiedersieht – das ist offen.

Denn neben den direkten Kosten für den Schaden an der Kälteanlage weist Maack auf weitere Schäden hin: Einen Einnahmeverlust in den Monaten Oktober und November, einen Imageschaden für die Gemeinde, ausgefallenen Schulsport und die Verluste des Adendorfer EC.

Die Höhe des Gesamtschadens lasse sich, so Thomas Maack, mittlerweile genauer eingrenzen. Aus einer anfänglichen Schätzung im „niedrigen sechsstelligen Bereich“ ist eine voraussichtliche Schadenshöhe von 150 000 bis 200 000 Euro geworden. Auch, „weil wir davon ausgehen, dass das Rohrleitungssystem unter der Betonfläche nicht betroffen ist“.

Unterstützung vom Landkreis

Wie auch immer ein möglicher Rechtsstreit ausgeht – positive Signale sandte am Montag der Lüneburger Kreistag in Richtung Adendorf: Die Gemeinde könne mit finanzieller Unterstützung rechnen, in welcher Höhe, darüber soll der Kreisausschuss entscheiden, wenn das Ausmaß des Schadens feststeht.

Die Bedeutung des Adendorfer Eisstadions, das 1976 eröffnet wurde, geht weit über die Gemeinde hinaus. Konkret: Von rund 80 000 Besuchern, die pro Jahr kommen, stammen nur elf Prozent aus Adendorf, die restlichen aus dem näheren und weiteren Umkreis.

Bei allen neuen Entwicklungen – eine Konstante bleibt: Die Eröffnung ist weiter für Ende November vorgesehen.

Von Ingo Petersen