Mittwoch , 30. September 2020
In Wittorf sind die Bauarbeiten für das Glasfasernetz längst beendet. Nun folgen Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt. (Foto: stb)

Glasfaser kommt ins Haus

Bardowick/Reppenstedt. Heiner Luhmann und Steffen Gärtner sind zufrieden. „Das ist genau richtig so, wie wir es machen“, kommentieren die beiden Samtgemeindebürgermeister den bisherigen Verlauf beim Aufbau eines Glasfasernetzes für die Orte Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt. Diesen hatten die beiden Kommunen in die eigene Hand genommen, indem sie ein eigenes Unternehmen gründeten, um den privatwirtschaftlichen Ausbau eines Glasfasernetzes für schnelles Internet in den drei Orten möglich zu machen.

„Das ist genau richtig so, wie wir es machen.“
Heiner Luhmann und Steffen Gärtner, Bürgermeister

Die Vermarktungsphase für die Glasfaseranschlüsse läuft derzeit auf Hochtouren und endet am Dienstag, 15. Oktober. „Es sieht ganz gut aus. Wir rechnen damit, dass noch ein ganzer Schwung an weiteren Verträgen kommt in den kommenden zwei Wochen, wenn die Vermarktung auf die Zielgerade geht“, sagen Luhmann (Bardowick) und Gärtner (Gellersen).
Sie gehen davon aus, dass vor allem Eigentümer von Mehrfamilienhäusern noch aufspringen werden, vor allem in Bardowick und Reppenstedt. „Wenn sie Details mit ihren Mietern geklärt haben.“

Die letzten kostenlosen Verlegungen

Die Kommunen wollen gleichzeitig im sogenannten Geschosswohnungsbau den Antragstellern helfen. „Weil wir wollen, dass Glasfaseranschlüsse möglichst in jede Wohnung kommen“, so Steffen Gärtner. Und auch für Gewerbetreibende wird es noch gesonderte Angebote geben. Eine Info-Veranstaltung ist für Dienstag, 22. Oktober, um 19.30 Uhr im Porthhof in Reppenstedt geplant.

Mit dem Ende der Vermarktung geht auch das Angebot an Eigentümer zu Ende, Glasfaseranschlüsse kostenlos ins Haus legen zu lassen. „Wer sich danach entschließt, muss zahlen“, berichtet Steffen Gärtner. Heiner Luhmann ergänzt: „Allerdings werden auch Übergangslösungen möglich sein. Wer sich erst für einen Anschluss während der Bauphase entschließt, wird mehrere hundert Euro zahlen müssen. Sobald die Bauarbeiten aber beendet sind, werden für einen Anschluss mehrere 1000 Euro fällig.“

Der Hintergrund, weshalb die beiden Samtgemeinden den Aufbau eines Glasfasernetzes in den drei Orten selber organisieren ist, dass Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt bislang vom kommunalen Ausbau des Glasfasernetzes ausgeschlossen blieben. Mit Bandbreiten von 30 MBit pro Sekunde im Download gelten die drei Gemeinden offiziell als versorgt. Der Gesetzgeber untersagt der öffentlichen Hand jedoch, beim Aufbau eines zukunftssicheren Glasfasernetzes selber tätig zu werden. Nicht verboten ist Kommunen allerdings, eigene Unternehmen zu gründen, um solche Projekte zu realisieren. „Nachdem wir in den anderen Mitgliedsgemeinden bereits nahezu flächendeckend für schnelles Internet gesorgt haben, ist es im Sinne gleichwertiger Lebensverhältnisse in unseren Samtgemeinden für uns nur folgerichtig, auch in Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt dies den Menschen zu ermöglichen.“

Immer höhere Datenraten

Zumal, so die beiden Verwaltungschefs, die benötigten Bandbreiten schon absehbar immer größer, die Anforderungen an die Datenübertragung steigen werden. Stichworte: Home-Office und Entertainment, Veränderungen bei den Fernsehgewohnheiten hin zum nicht linearen TV. Gärtner: „Im Jahr 2006 galten 29 2 Mbit/Sekunde als gute Versorgung, 13 Jahre später liegt das Minimum schon bei 50 Mbit/Sekunde.“

Sein Kollege Heiner Luhmann ist überzeugt, dass das Konzept Glasfaser für Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt wirtschaftlich aufgeht. „Vermutlich innerhalb der nächsten acht Jahre. Deshalb ist die Anschlussquote für uns nebensächlich. Wir bauen auf jeden Fall aus“, sagt er.

Wer noch Beratung und weitergehende Infos benötigt, kann die Beratungsstellen im Gellersenhaus in Reppenstedt und Im Sande 8a in Bardowick besuchen.

Von Stefan Bohlmann