Dienstag , 22. September 2020
Der 16-jährige Finn (v.l.), Lukas (16) und Jonas (17) können zwar ein paar Tricks mit ihren BMX-Rädern auf dem Bardowicker Freizeitgelände vollbringen. Aber für das BMX- und Skaterglück fehlt eine vernünftige Anlage mit Mini-Ramp. Auch Amir (16) versucht sich mit seinem Skateboard. Foto: t&w

Coole Tricks, nur keine Rampe

dth Bardowick. Es rattert, anstatt zu rollen. Amir (16) macht einen zaghaften Sprung, steigt vom Skateboard ab und zuckt mit den Achseln. „Der Boden eignet sich nicht zum Fahren, nur zum Bremsen.“ Die anderen Jugendlichen um ihn herum nicken zustimmend. Dass das Bardowicker Freizeitgelände am Ortsrand in Nachbarschaft zum Naturbad bald zum kleinen Skaterparadies wird, möchte Sozialarbeiter Mike Witschi von der Samtgemeinde-Jugendarbeit bewirken gemeinsam mit den Kinder- und Jugendlichen. Witschi: „Ich habe eine Umfrage an den Bardowicker Schulen gemacht und zwei Drittel haben die Einrichtung einer Skateranlage befürwortet, auch wenn manche vielleicht gar nicht selber fahren, sondern nur zugucken wollen.“ Aber noch fehlt das Geld, zumindest für die Grundlagen stellt der Flecken Bardowick 10000 Euro bereit. Für den Rest hofft nicht nur Witschi auf Sponsoren.

Die Idee ist nicht neu, sagt Bardowicks Bürgermeisterin Eva Köhler (SPD): „Der Wunsch wird schon lange von den Jugendlichen gehegt, die Gemeinde unterstützt sie bei der Umsetzung.“ Damit werde das seit 2009 bestehende Freizeitgelände als Treffpunkt für Jugendliche weiter aufgewertet.

Das Thema stand schon einmal auf der politischen Agenda, zuletzt im Herbst 2012. Da standen aber noch 30000 Euro in Aussicht. Doch auch wegen des damaligen Personalmangels im Bardowicker Bauamt wurde das Projekt zunächst nicht weiterverfolgt, mögliche Fördermittel gingen flöten. Die 10000 Euro Gemeindemittel reichten laut Gemeindedirektor Heiner Luhmann (CDU) jetzt nur noch aus, um die kleine Rasenfläche auf dem Freizeitgelände einzuebnen und etwa mit fugenlosem Pflaster zu versehen, um einen befahrbaren Untergrund zu schaffen. Jedoch: Geld für Hindernisse wäre dann kaum noch da.

Bei der Frage, welche Anlagenelemente denn aus Skater-Sicht wünschenswert wären, hat Bürgermeisterin Köhler Marc Kuhlmann um Rat gefragt, der seit 1989 regelmäßig auf dem Skateboard steht. Auf LZ-Nachfrage zählt er die Wunschliste auf: „Fun-Box, Quarters, Rail, Curb …“ Also Rampen, Stangen und Stege. Ganz oben auf der Wunschliste steht eine Mini-Ramp eine niedrigere Half-Pipe (Halbröhre) mit einer Abmessung von schätzungsweise vier mal sechs Metern, so Witschi von der Jugendarbeit. Die koste aber auch mehrere Tausend Euro. Das Geld wollen die Jugendlichen mit Spendenaktionen einwerben und hoffen auch so auf Sponsoren.

Von einer Skateranlage würden auch die BMX-Fahrer unter den Jugendlichen profitieren, zumal sie etwa auf der Anlage in Lüneburg bei den Sülzwiesen von der dortigen Skaterszene nicht so gern gesehen seien. Finn (16) sagt: „Wir fahren auch mal im Wald, aber eine Skateranlage direkt in Bardowick wäre ein echter Gewinn.“ Dann müssten auch die Bardowicker Skate- und Waveboarder und wie sie alle heißen nicht ständig zu den Anlagen in Adendorf und Lüneburg tingeln, um sich dort mit Gleichgesinnten zu treffen. Unterstützung sagte beim Vororttermin auch Bernd Wald (Bündnis 21/RRP) vom Bardowicker Sozialausschuss zu: „Ich finde das sinnvoll, den Jugendlichen hier ein vernünftiges Angebot zu machen. Wir waren ja schließlich alle mal jung und es ist eine Schande, wie alt manche doch geworden sind.“

Wer das Projekt unterstützen möchte, meldet sich bei der Samtgemeinde-Jugendarbeit unter Tel.: 04131/120171.