Samstag , 24. Oktober 2020
Die Brauer aus Sommerbeck glauben auch in der Corona-Krise fest an Zukunft eines regionalen Biermarktes. Hier im Bild: Brauer Marc Brammer. (Foto: A/phs)

Totalabsturz beim Umsatz

Sommerbeck. Einen totalen Absturz beim Umsatz hat die Corona-Pandemie bei der kleinen Dachsbrauerei in Sommerbeck bei Dahlenburg verursacht . Gleich um 99 Prozent sei dieser radikal eingebrochen, berichtet Mitinhaber Frank Pischke. Er und sein Mitgesellschafter Marc Brammer bleiben nun zunächst auf 7000 Liter Dachs-Bier sitzen, weil Kneipen und Restaurants schließen mussten, Veranstaltungen abgesagt wurden.

Trotz der katastrophalen Zahlen, versuchen Pischke und Brammer mit aller Kraft die schlechte wirtschaftliche Lage irgendwie zu überstehen. Sie glauben fest an die Zukunft – an einen lokalen Wirtschaftskreislauf. „Wir wollen unbedingt weitermachen, weil wir vor Corona gesehen haben, dass sich ein guter regionaler Markt entwickelt hat“, sagt Frank Pischke.

Müssen lernen, mit Virus umzugehen

Der Bedarf an regionalem Bier sei groß wie nie. „Wir haben in den vergangenen Monaten viele Abnehmer dazu gewonnen, von der Szenekneipe in Lüneburg bis zum Landgasthof“, berichtet Pischke. Ein Grund für das Unternehmen, eine neue Brauanlage mit Kessel und Tanks zusätzlich anzuschaffen.

Dass es nach der Vollbremsung jetzt nicht gleich wieder mit Vollgas weitergehen wird wie vorher, das weiß er. Dennoch hofft Frank Pischke, dass die Auflagen für die Gastronomie nun zügig gelockert werden. „Das Virus ist nicht aus der Welt, aber wir müssen lernen, damit umzugehen“, sagt er.

Mit Zurückhaltung und entsprechenden Hygienevorschriften, also dem regelmäßigen und gründlichen Händewaschen, sowie Abstandsregeln sieht er Chancen, wenigstens mit Außengastronomie wieder anzufangen. „Mit Distanz in den Mai: Das wäre fantastisch.“

Er und sein Partner setzen darauf, bauen selber gerade einen Biergarten hinter der Brauerei. „Die Konzession für den Ausschank ist beantragt.“ Die Zapfhähne sollen in der Wand des Gebäudes stecken, sodass frisches Bier direkt aus der Brauerei in Gläser fließen kann. „Das Projekt war schon lange im Hinterkopf. Die Krise hat es beschleunigt.“

Von Stefan Bohlmann