Freuen sich, dass das Neubaugebiet Lustgarten 2 ein Glasfasernetz erhält (v.l.) Detlef Gieselmann, Tanja Terwerde, Klaus Hübner, David Abendroth. (Foto: be)

Glasfasernetz vom Versorger

Melbeck. Aufatmen in Melbeck. Das Neubaugebiet Lustgarten 2 erhält schnelles Internet. Die Avacon Connect, ein Tochterunternehmen des Energieversorgers Avacon, verlegt dort bereits Leerrohre für das künftige Glasfasernetz.

Lange Zeit sah es so aus, als würde das Neubaugebiet auf der Strecke bleiben. Obwohl Melbeck in einem der Bereiche liegt, in denen die Telekom mit Fördermitteln des Landkreises Lüneburg aktuell weiße Flecken beim schnellen Internet beseitigt, so war das Neubaugebiet jedoch nicht Teil der Förderkulisse. Denn es war erst während des laufenden Ausbauprogramms begonnen worden und fiel somit nicht mehr unter das Angebot, das die Telekom in der Vergangenheit abgegeben hatte. Daher baut die Telekom dort nicht aus.

Bürgermeister Klaus Hübner (CDU) schüttelt den Kopf, wenn er an diese Regelung denkt. Er ist nach wie vor sauer: „Kein Mensch versteht das. Statt weiße Flecken beim Internet zu entfernen, werden so neue geschaffen“, kritisiert er. Doch nun ist er dankbar, dass die Avacon-Tochter für die bislang fehlende Infrastruktur sorgt. Zumal es die Gemeinde nichts kostet, das Unternehmen baut das Glasfasernetz eigenwirtschaftlich auf.

"Netze bauen, das können wir"

Dabei gehe es auf einen Zufall zurück, dass es in Melbeck tätig wird. Das berichten Gemeindedirektor David Abendroth und seine Stellvertreterin Tanja Terwerde. Bei Gesprächen über das Wegerecht im Zusammenhang mit dem Verlegen von Versorgungsleitungen zwischen Gemeinde und Energieversorger sei die Idee entstanden, die 2018 gegründete Avacon-Tochter für das Glasfasernetz im Neubaugebiet Lustgarten 2 ins Boot zu holen. „Innerhalb von zwei Tagen hatten wir die Zusage“, freut sich Abendroth. Und seine Stellvertreterin merkt an: „Das macht die Zusammenarbeit einfacher und effektiver, weil es für die Verwaltung nur einen Ansprechpartner für die verschiedenen Netze Strom, Gas und bald Internet bei uns in der Gemeinde gibt.“

Geschäftsführer Detlef Gieselmann sprang auf den Zug auf. „Die Avacon betreibt schon lange eigene Glasfasernetze. Diese werden beispielsweise für die Fernsteuerung von Umspannwerken und Regelstationen im Gasnetz benötigt. Netze bauen, das können wir“, erklärt er.

Der Energieversorger setze auf Glasfaserleitungen, weil diese störungssicher und ideal für weite Strecken sind. „Wir machen unsere Netze intelligenter und setzen dabei auf Glasfaser. Kupfer kann das nicht leisten.“

Darüber hinaus sei das Unternehmen Partner für Netzbetreiber, denen es Glasfaserleitungen, Netzwerkverbindungen und Technikflächen bereitstelle, berichtet er. Strom, Masten und Glasfaser seien die Voraussetzungen, um den 5G-Mobilfunk möglich zu machen, sagt er.

In Pilotgebieten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt stelle Avacon Connect nun auch schnelle Internet-Zugänge für Privatkunden zur Verfügung. Im Lustgarten 2 werde das Unternehmen Internetverbindungen mit Geschwindigkeiten von 100 MBit/Sekunde im Download bis zu 1 GBit/Sekunde ermöglichen, kündigt Gieselmann an.

Vielleicht bleibt es nicht nur bei dem Pilotprojekt im Neubaugebiet. „Wir haben Interesse an weiteren Leitungen für das schnelle Internet in unserem Gemeindegebiet“, sagt Tanja Terwerde.

Von Stefan Bohlmann