Sonntag , 25. Oktober 2020
So sieht es aus, wenn die Feuerwehr zum Einsatz auf den Standortübungsplatz gerufen wird. Die RLöschfahrzeige fahren sich fest, können nur mit Mühen aus dem Sand gezogen werden. (Foto: Feuerwehr)

Kein Geld von der Truppe

Deutsch Evern. Von der Bundeswehr wird es keinen finanziellen Zuschuss für die Anschaffung eines hochgeländegängigen Tanklöschfahrzeuges für die Feuerwehr Deutsch Evern geben. Die Absage kann Ilmenaus Samtgemeindebürgermeister Peter Rowohlt (SPD) nicht nachvollziehen: „Das ist mehr als bedauerlich!“ Im Frühsommer diesen Jahres hatte er eine entsprechende Anfrage an die Truppe gestellt. Aus gutem Grund: Denn wenn es auf dem Bundeswehr-Übungsplatz Wendisch Evern brennt, ist auch die Feuerwehr Deutsch Evern gefordert. Die aber stößt mit ihren Löschfahrzeugen auf dem Gelände schnell an ihre Grenzen (LZ berichtete).

Absage aus Bonn

„Allein im vergangenen Jahr mussten wir zweimal den Rüstwagen aus Embsen mit der Seilwinde anfordern, um uns freischleppen zu lassen“, berichtete noch vor wenigen Wochen der Deutsch Everner Ortsbrandmeister Henning Bergmann. Doch während der Kommandeur der Lüneburger Aufklärer, Oberstleutnant Hendrik Staigis, zugleich auch der Standortälteste, den Vorstoß der Samtgemeinde Ilmenau befürwortete, kam jetzt die endgültige Absage aus dem Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr mit Sitz in Bonn. Begründung: „Für die Sicherstellung des abwehrenden Brandschutzes auf dem Standortübungsplatz Wendisch Evern ist die Freiwillige Feuerwehr Ilmenau originär und nicht im Rahmen der Amtshilfe zuständig.“ Mit anderen Worten: Es sei Aufgabe der Kommune, eine leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen.

„Da will man keinen Präzedenzfall schaffen.“ – Peter Rowohlt , Samtgemeindebürgermeister

Rowohlt hat eine andere Vermutung: „Da will man keinen Präzedenzfall schaffen“, glaubt der Samtgemeindebürgermeister. Denn wenn die Bundeswehr sich an der Anschaffung eines Fahrzeuges beteilige, könnten andere Kommunen womöglich ebenfalls entsprechende Forderungen stellen. Dass das Bundesamt der Samtgemeinde Ilmenau die kalte Schulter zeigt, kann Peter Rowohlt dennoch nicht nachvollziehen – gerade auch mit Blick auf die deutlich erhöhte Waldbrandgefahr und den Moorbrand bei Meppen, der im vergangenen Jahr auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 bei Raketenerprobungen ausgebrochen war und die Rettungskräfte wochenlang in Atem hielt.“

Geländegängiges Löschfahrzeug kostet 350.000 Euro

Was den Brandschützern fehlt, um auch schwer erreichbare Gebiete auf dem Standortübungsplatz Wendisch Evern anzusteuern, ist ein hochgeländegängiges Tanklöschfahrzeug. Ein solches, rund 350 000 Euro teuer, wollte die Samtgemeinde nun für die Ortswehr Deutsch Evern anschaffen – als Ersatz für das vorhandene, bereits 28 Jahre alte und nicht voll geländegängige Tanklöschfahrzeug. Doch diese Überlegungen sind nun mit der Absage aus Bonn an einer finanziellen Beteiligung obsolet. Rund 115 000 Euro hätte der finanzielle Zuschuss der Truppe an dem Auto betragen“, rechnet Peter Rowohlt vor. Offenbar zuviel für die Bundeswehr.

Von Klaus Reschke