Dienstag , 29. September 2020
Noch ist es nur eine Visualisierung: So soll später einmal der neue Supermarkt mit angeschlossener Sparkasse in Melbeck aussehen. Grafik: nh/op.

Schöner, neuer, größer

kre Melbeck. Es ist das wohl derzeit größte und wichtigste Vorhaben in Melbeck: Der geplante Neubau des Edeka-Marktes. Seit Jahren schon sind der Abriss des alten Gebäudes und ein anschließender Neubau im Gespräch, werden Verhandlungen mit Grundstücksnachbarn geführt, Architekten mit Planungen beauftragt. Jetzt wird das Vier-Millionen-Euro-Vorhaben konkret: Bauherr Peter Cohrs war extra aus Spanien zu der jüngsten Bauauschusssitzung angereist, um sonnengebräunt von der mediterranen Sonne den Stand der Planungen zu erläutern. ,,Am 3. April“, so der Investor, ,,haben wir die Bauvoranfrage beim Landkreis eingereicht.“ Dort werden jetzt die Unterlagen geprüft. Wie lange das dauern wird, kann Cohrs allerdings nicht sagen. Sein Wunsch: ,,Wir wollen Mitte nächsten Jahres mit dem Bau beginnen!“

Deutlich größer als der bisherige Markt wird das neue Nahversorgungszentrum werden: Der Bauplan sieht eine Verkaufsfläche von 1962 Quadratmetern vor, dazu kommen Nebenflächen, etwa für Lager und Büro, von 648 Quadratmetern. ,,Das sind rund 600 Quadratmeter mehr als im alten Markt“, sagt Cohrs.

Auch ein Bäcker wird wieder in den Neubau einziehen auf einer Fläche von 110 Quadratmetern. Und für einen Imbiss soll ebenfalls im Neubau Platz geschaffen werden auf 59 Quadratmetern.

Abgerundet wird das Nahversorgungszentrum durch den Neubau der Sparkasse, der direkt an das Einkaufszentrum anschließt. Das Geldinstitut bekommt, natürlich, einen seperaten Eingang, kann aber auch aus dem Supermarkt-Inneren zu den Geschäftszeiten betreten werden. Wie berichtet, plant die Sparkasse Lüneburg, ihre Aktivitäten in Melbeck auszuweiten, zieht dazu das Personal aus Deutsch Evern ab, sobald der 295 Quadratmeter große Neubau fertiggestellt ist.

Das neue Nahversorgungszentrum in Melbeck wird auch nicht mehr zweigeschossig sein „die jetzigen Wohnungen über dem Supermarkt fallen weg“, erklärt Cohrs die Planung. Allerdings gibt es bald mehr Parkplätze: Derzeit sind es laut Cohrs 79 Stellplätze, die den Kunden zur Verfügung stehen, künftig werden es knapp 150 sein. Und parken werden die Autos auf sogenanntem offenporigen Aqua-Drain, Umweltpflaster, das die Fläche nicht versiegelt, sondern Regenwasser schnell ableitet.

Bei der An- und Abfahrt zum Edeka-Markt werden sich die Autofahrer auch künftig nicht umstellen müssen auch wenn das gesamte Areal durch den Zukauf von zwei Grundstücken größer geworden ist. Die Ein- und Ausfahrt bleibt über die Ludwig-Jahn-Straße erhalten, ebenso die Ausfahrt auf die Uelzener Straße (B4).

So weit, so gut also: Ein Problem gibt es dennoch. Und zwar das der Grundversorgung während der Bauphase. Denn wenn die Bagger erst einmal anrollen, verschwindet für einen mehrmonatigen Zeitraum auch der einzige Supermarkt im Ort. Das ist Peter Cohrs, den Politikern und den Managern der Edeka durchaus bewusst. ,,Die Edeka arbeitet an dem Problem“, versprach Cohrs während der Bauausschusssitzung. Über mehrere Optionen werde derzeit nachgedacht: Beispielsweise die Reaktivierung eines Lebensmittelbusses. So wie sie früher über die Lande fuhren. Oder auch ein Taxendienst, mit dem die nicht mobilen Bürger ihren Einkauf tätigen können. Alles bislang Gedankenspiele, nichts Konkretes. Was wohl freilich nicht funktionieren wird, ist das vorübergehende Aufstellen eines Einkaufs-Containers während der Bauphase auf dem Areal. Das hatte Bauausschuss-Mitglied Joachim Komander vorgeschlagen. Doch Investor Peter Cohrs sieht dafür keine Chance: „Dazu bräuchten wir Platz, den wir während der Bauphase aber nicht haben.“