Sonntag , 20. September 2020
Christian Möhring (v. l.), Andreas Gehrke und Grit Richter wollen Bürgermeister von Neuhaus werden. Moderiert hat die Diskussion mit ihnen Henning Schulze. Foto: privat

Kleine Gemeinde, große Probleme

Bitter. Wachsende Schulden, fehlende Bürgernähe oder die Auflagen des Biosphärenreservats – es waren im Kern diese Themen, die rund 90 Besucher im voll besetzten Dorfhaus von Bitter bewegten. Gut eine Stunde lang standen die drei Kandidaten für die am 26. Mai stattfindende Bürgermeisterwahl Rede und Antwort. Gemeinsam waren Andreas Gehrke (Rassau), Christian Möhring (Pinnau) und Grit Richter (amtierende Bürgermeisterin Neuhaus) bisher noch nicht aufgetreten. Eingeladen hatte der Dorfverein „Elbufer e.V.“.

Nach lebhafter Diskussion mit allen drei Kandidaten stand am Ende fest: Veränderungen brauchen sehr viel Zeit und sind nur in kleinen Schritten möglich, unter anderem durch Verbesserungen in den Verwaltungsabläufen und mehr Bürgernähe. Gleichwohl sei der Handlungsspielraum eng, die desolate Finanzlage der Gemeinde auf absehbare Zeit nicht zu ändern.

Mehr Gehör als Gemeinde

„Kredite und Fördermittel sind unsere Realität“, sagte Richter. Möhring setzte auf mehr Rathaus-Kompetenz in Sachen Fördermittel. Auch Gehrke sprach sich für eine Stärkung dieses Ressorts aus. Zum Thema Biosphärenreservat wünschen sich Gehrke und Möhring mehr Gehör als Gemeinde. „Wir werden nicht für voll genommen“ (Möhring), die Gemeinde müsse ein „starker Gegenspieler“ werden (Gehrke).

Richter hingegen verwies auch auf Vorteile wie das Archezentrum und sah sich im Beirat der Biosphäre gut vertreten. Einig waren sich die Kandidaten: das Biosphärenreservat sei für den Tourismus hilfreich. Zurückhaltend zeigten sich die Kandidaten gegenüber Landkreis-Plänen, in Darchau einen Wohnmobilplatz einzurichten. Nicht die Erstellung, die Folgekosten seien eine weitere Belastung.

Die Zukunft der Gemeinde

Mit einem Ausblick der Kandidaten auf die Zukunft der Gemeinde beendeten die Moderatoren Angelika Hoffmann und Henning Schulze die Veranstaltung nach 90 Minuten. Richter sah genügend Krippen, sanierten Gemeindewohnraum und eine neue Fähre in den nächsten sieben Jahren der neuen Amtszeit kommen. Gehrke sagte bessere Zusammenarbeit mit Wirtschaft und den anderen Verwaltungen ebenso voraus wie auch Möhring, der davon sprach, aus dem Rathaus „ein Bürgerhaus“ zu entwickeln sowie ein zukunftsorientiertes Leitbild. lz