Corona zum Trotz

Wurzelkönigin Klara Meyer und Stefan Kruse in dem Feld, dessen Blumen eigentlich für den Motivwagen gedacht waren. Der steht dafür morgen vor dem Bardowicker Dom. Foto: t&w

Wurzelkönigin Klara Meyer und Stefan Kruse in dem Feld, dessen Blumen eigentlich für den Motivwagen gedacht waren. Der steht dafür morgen vor dem Bardowicker Dom. Foto: t&w

Bardowick. Blumen blühen, wenn ihre Zeit gekommen ist, und da stört auch die Corona-Krise nicht. Stefan Kruse aber schon. Rund 6000 Knollen Dahlien hatte der Bardowicker mit seinen Helfern im Frühjahr in die Erde seiner drei eigens dafür vorgesehenen kleinen Felder gebracht – aus einem einzigen Grund: Sie sollen die Motivwagen zum Erntedank-umzug dekorieren. Der fällt in diesem Jahr zwar der Pandemie zum Opfer, gestaltet wird trotzdem. „Das lass ich mir nicht nehmen“, sagt Kruse.

Kreativ, bunt und überaus aufwendig geschmückt: So präsentieren sich seit Jahren die Objekte seiner engagierten Wagenbaugemeinschaft. Zahlreiche Titel haben ihm die Kunstwerke bereits eingebracht, was auch immer wieder das Ergebnis einer langen, akribischen Vorbereitung ist. „Mit den ersten Ideen fangen wir bereits im Oktober an“, sagt der Bastler, „sie werden dann im Laufe der Monate immer konkreter.“ Das war jetzt nicht anders. Das Konzept für 2020 stand fest, wurde aber schon im März auf Eis gelegt: „Wir konservieren das für den nächsten September.“

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Höhepunkt des Jahres

Dennoch wird es auch zum Erntedankfest am Sonntag einen Auftritt geben – wenn auch in abgespeckter Form: „Das ist für uns doch immer der Höhepunkt des Jahres“, sagt Stefan Kruse, „und den lassen wir uns von Corona nicht nehmen.“ Lediglich mit Blumen und etwas Gemüse ausgestattet, wollte er den Wagen eigentlich nur an die Straße stellen – nun haben sich die Pläne geändert: „Die Kirche hat angefragt, ob wir ihn zum Dom bringen und dort präsentieren können.“ Da ließ er sich nicht lange bitten. Und das gilt auch für die Wurzelkönigin.

Seit vergangenen September ist Klara Meyer mit ihrer Hofdame Lara Meyer im Dienst, präsentiert den Flecken in ganz Deutschland. Eigentlich. „Corona hat natürlich auch uns extrem ausgebremst“, sagt die 19-Jährige, „was zum Frühjahr mit Treffen, Auftritten und Aktionen überhaupt erst richtig losgegangen wäre, war dann auch schon wieder vorbei“, sagt sie etwas frustriert. Eine zweite Amtszeit wird sie deshalb antreten, hofft auf ein besseres Jahr. Ein kleiner Einsatz wird aber ihr auch am Sonntag gegönnt.

Während des Gottesdienstes am Sonntag, 20. September, ab 10 Uhr im Dom anlässlich des diesjährigen Bardowicker Erntedankfests wird Klara Meyer eine kleine Rede halten, will dabei ihre Erfahrungen mit der Gemeinde teilen und die Menschen über ihre Arbeit informieren. Sie hält es für völlig korrekt, das Norddeutschlands größtes Erntedankfest in diesem September nicht stattfin-det, „dennoch werde ich traurig sein“.

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