Die Kinder der Operation Shamrock in Irland

Das Bild zeigt (v.l.) Organisatorin Katrin Schwier, Zeitzeugin Agnes Thevis, Ausstellungskuratorin Monica Brandis, Botschaftssekretär Patrick Jacques und Zeitzeuge Herbert Remmel. (Foto: privat)

Das Bild zeigt (v.l.) Organisatorin Katrin Schwier, Zeitzeugin Agnes Thevis, Ausstellungskuratorin Monica Brandis, Botschaftssekretär Patrick Jacques und Zeitzeuge Herbert Remmel. (Foto: privat)

Lüneburg. Zur Eröffnung der Ausstellung „Die Kinder der Operation Shamrock“ im Kloster Lüne war jetzt eigens Patrick Jacques, Erster Botschaftssekretär der irischen Botschaft, aus Berlin nach Lüneburg angereist. Er erinnerte in seinem Grußwort daran, dass sich viele Iren nach dem Zweiten Weltkrieg im Hinblick auf hungernde deutsche Kinder in einer historischen Verantwortung sahen und sie deshalb aufnahmen. Schließlich habe das irische Volk in seiner Geschichte selbst extremen Hunger und Armut erlebt.

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Zeitzeugen als Ehrengäste dabei

Die Operation Shamrock ist wenig bekannt. Zwei, die damals dabei waren, wollten das als Ehrengäste der Eröffnung ändern. Die heute 85-jährige Agnes Thevis erzählte, dass der Hunger im Nachkriegsdeutschland so groß gewesen sei, dass sie nicht gezögert hatte, als Zehnjährige ohne Eltern nach Irland zu fahren. Dort hätte sie die schönsten Jahre ihrer Kindheit verbracht. „Denn ich fühlte mich angenommen. Die Gasteltern haben keinen Unterschied gemacht zwischen ihren leiblichen Kindern und mir“, erinnert sich Thevis.

Auch Herbert Remmel hat nur gute Erinnerungen an seine Zeit in Irland. „Bis heute habe ich Kontakt zu den Kindern und Enkeln meiner Gasteltern“, berichtete er. Thevis und Remmel wären gerne in Irland geblieben – doch nach drei Jahren endete das Programm und der Großteil der Kinder kam wieder zurück nach Deutschland.

Salty Shores widmen Kindern ein Lied

Für einen Gänsehautmoment sorgte der Auftritt der Salty Shores, eine Folkband aus Lüneburg. Mit „1946 – ein Kleeblatt macht glücklich und satt“ hatte Bandleader Frank Ebeling den Kindern der Operation Shamrock ein eigenes Lied gewidmet. In dem Text schlägt Ebeling einen Bogen, von den deutschen Kindern, denen nach dem Zweiten Weltkrieg in Irland geholfen wurde, zu Flüchtlingen, die heute Hilfe und Schutz in Deutschland suchen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Oktober im Kloster Lüne zu sehen. Veranstalter ist der Kirchenkreis Lüneburg. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Am Sonntag 26. September, ab 10 Uhr wird es in der Klosterkirche mit Diakon Henry Schwier einen Gottesdienst zu diesem Thema geben. lz

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