Leiterin der Kita Marienplatz geht in Ruhestand

Petra Selent (l.), langjährige Kita-Leiterin am Marienplatz, geht in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin ist Petra Zimmermann.  (Foto: t&w)

Petra Selent (l.), langjährige Kita-Leiterin am Marienplatz, geht in den Ruhestand. Ihre Nachfolgerin ist Petra Zimmermann. (Foto: t&w)

Lüneburg. Anfang der 1960er-Jahre besuchte Petra Selent selbst den Kindergarten Marienplatz, damals eine von nur drei Einrichtungen dieser Art in der Stadt Lüneburg. Heute, fast 60 Jahre später, verlässt die Pädagogin diesen Ort, den sie maßgeblich mitgeprägt hat. „Es ist ein Wohlfühlort für Kinder geworden“, resümiert die Pädagogin nach fast 16 Jahren Kita-Leitung in Lüneburgs ältestem städtischen Kindergarten selbstbewusst.

„Selbstbestimmtheit, Freiraum für Interessen, ein Miteinander auf Augenhöhe“ – das sind Ansätze, die Petra Selent und ihrem Team bei der pädagogischen Arbeit mit den Drei- bis Sechsjährigen besonders am Herzen lagen.

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2006 zum Marienplatz gewechselt

Als die Erzieherin 2006 vom Hort Stadtmitte zum Marienplatz wechselte, setzte sie sukzessive das Konzept der offenen Türen um – sprich: Die Kinder bewegen sich seither relativ frei und gruppenübergreifend im gesamten Haus, können unterschiedliche Spiel- und Lernorte aufsuchen, je nach ihren Bedürfnissen: „Den Startschuss machte damals die gemeinsame Cafeteria“, erinnert sich Selent.

Ein Ort, an dem sich Kinder und Erzieher treffen, zum Essen oder auch nur zum Plaudern, je nach Lust und Laune. „Das ist heute das Herzstück, unser Wohnzimmer sozusagen“, sagt Selent. Es folgten verschiedene weitere Räume, das Atelier zum Beispiel oder das Traumzimmer.

Viel Veränderung in ihrem Berufsleben

Es habe auch Vorbehalte gegeben unter Eltern und Mitarbeitern: Sind die Kinder ausreichend beaufsichtigt, gut angeleitet? Vorbehalte, die ausgeräumt werden konnten. Die scheidende Chefin sagt: „Kommunikation und gegenseitige Wertschätzung sind das A und O für gelingende Veränderung.“

Verändert hat sie in ihrem Berufsleben einiges. Ob im Kinderheim an der Altenbrückertorstraße, wo sie sich sechs Jahre lang um Säuglinge ebenso wie Jugendliche kümmerte, im Kindergarten Kreideberg, in dem sie sich 13 Jahre als Erzieherin engagierte oder im damaligen Hort Stadtmitte, in dem sie als stellvertretende Leiterin unter anderem Kooperationen mit Grundschulen und einem Seniorenheim ins Leben rief. Im Kindergarten Marienplatz holte sie unter anderem das Konzept der gewaltfreien Kommunikation ins Haus.

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Kein Beruf, sondern eine Berufung

Ihren Beruf bezeichnet sie selbst als Berufung. „Ich hätte nie etwas anderes tun wollen.“ In den Ruhestand, in den sie sich jetzt verabschiedet, startet sie bewusst ohne große Pläne: „Ich werde erstmal all das machen, was in der Vergangenheit hintenanstehen musste.“ Vor allem werde sie viel Zeit mit ihrer Familie und ihren Tieren verbringen.

Ihre bisherige Stellvertreterin, Petra Zimmermann, übernimmt nun ihre Nachfolge in der Kita. Die 53-Jährige, die vorher im Kinderschutz gearbeitet hat, schwärmt von der Atmosphäre im Haus und vom Konzept der Einrichtung. „Partizipation, gewaltfreie Kommunikation und Kinderrechte als Leitfaden, da stehe ich zu 100 Prozent hinter.“

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