Lüneburg erwartet 880 weitere Geflüchtete bis März

Inko Perkun, Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbandes Lüneburg (r.) führt Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch und Lüneburgs neuen Sozialdezenrenten Florian Forster durch die im Aufbau befindliche Notunterkunft in den Schlieffen-Hallen. (Foto: Hansestadt Lüneburg)

Inko Perkun, Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbandes Lüneburg (r.) führt Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch und Lüneburgs neuen Sozialdezenrenten Florian Forster durch die im Aufbau befindliche Notunterkunft in den Schlieffen-Hallen. (Foto: Hansestadt Lüneburg)

Lüneburg. 40 Geflüchtete pro Woche erwartet die Stadt Lüneburg in den kommenden Monaten. „Insgesamt werden uns bis März weitere 880 Geflüchtete zugewiesen“, sagte Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch am Donnerstagabend während der Sitzung des Stadtrates. Derzeit habe die Stadt 630 Geflüchtete untergebracht, die Hälfte davon aus der Ukraine. In der Turnhalle im Grimm seien noch 75 Plätze frei, weitere in anderen Unterkünften. Dennoch seien mehr Kapazitäten nötig. Der Ausbau der beiden Turnhallen im Schlieffenpark kommt laut Kalisch gut voran.

Die erste Halle soll ab 21. November Geflüchtete aufnehmen können, die zweite Halle ab 12. Dezember. Dazu wird es am Montag, 14. November, um 19 Uhr in der Halle 28 an der Lübecker Straße noch eine Informationsveranstaltung für die Anwohner geben. Eine Anmeldung dafür ist noch bis Mittwoch, 9. November, möglich per Mail an stadt@lueneburg.de unter Angabe von Name, Telefonnummer, Adresse und dem Stichwort „Notunterkunft Hanseviertel“.

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Ein Spielbereich für Kinder

Bis zu 300 Geflüchtete können in den Schlieffen-Hallen untergebracht werden – bei einer maximalen Belegung. „Eine volle Belegung wird es nur im Notfall geben“, so Kalisch in einer Pressemitteilung der Hansestadt Lüneburg. Neben den einzelnen Schlafkabinen und einem großen Bereich fürs Catering und das gemeinsame Essen gibt es Sanitäranlagen, Waschräume, einen Spielbereich für Kinder, außerdem einen Ruhebereich sowie Aufenthaltsräume für die Sozialarbeiter und Mitarbeiter des Betreibers ASB. Während des späteren Betriebs wird es rund um die Uhr einen Wachdienst vor Ort geben. Die Wohnparzellen werden mit Strom ausgestattet, zusätzlich werden die Sporthallen mit LTE versorgt, damit die technischen Voraussetzungen für eine Kommunikation in die Heimat gesichert sind.

In den Turnhallen fehlt Privatsphäre

Nicht gut leben lässt es sich aber in den Turnhallen. Ein Dach über dem Kopf, ein Bett und Essen – „das ist nur eine Notlösung“, betonte Dr. Rimma Kanewski stellvertretend für drei ukrainische Geflüchtete, die selbst noch Einwohnerfragen stellten. Alle bedanken sich zunächst bei der Stadt für die große Hilfsbereitschaft. Doch die Notlösung Turnhalle solle nur vorübergehend sein. Es fehle Privatsphäre, es fehle die Möglichkeit, selbst kochen zu können. Zudem wollen viele Geflüchtete hier arbeiten, aber es gebe zu wenig Informationen. Und diejenigen, die privat untergekommen seien, würden gar keine Informationen mehr erhalten. „Mir ist klar, dass es nur eine Notlösung ist“, sagte Kalisch. Die Stadt arbeite an Alternativen, angesichts der zunehmenden Zahl Geflüchteter könne sie leider nichts versprechen. Sie sicherte aber zu, sich um mehr Informationsmöglichkeiten für die Geflüchteten zu kümmern. Einen Schritt weitergekommen sei die Stadt auch bei den Containerlösungen am Bargenturm und beim ESV-Platz. Kalisch bedauerte erneut, dass die Stadt Turnhallen schließen musste, doch mit den Schulen und Vereinen seien Lösungen gefunden worden, „mit denen sie leben können“. wko/lz

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