Polizei mahnt zu umsichtigem Start in die Motorradsaison

Zum Start der Motorradsaison mahnt die Polizei zu einem umsichtigen Verhalten und gegenseitiger Rücksichtnahme. (Foto: phs)

Zum Start der Motorradsaison mahnt die Polizei zu einem umsichtigen Verhalten und gegenseitiger Rücksichtnahme. (Foto: phs)

Lüneburg. Jedes Jahr beginnt mit den ersten Sonnenstrahlen und wärmeren Temperaturen nicht nur der Frühling, sondern auch die Motorradsaison. Die Polizei schätzt, dass es gerade nach der Corona-Pandemie viele Biker auf die Straßen ziehen wird. Weil es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen mit Motorradfahrern kommt, mahnt die Polizei auch in diesem Jahr zu einem umsichtigen Start in die Saison.

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Jeder fünfte Tote im Straßenverkehr ist Motorradfahrer

Mindestens jeder fünfte Tote im deutschen Straßenverkehr ist ein Motorradfahrer oder eine Motorradfahrerin, berichtet die Polizei Lüneburg. Die Gefahr, auf dem Motorrad tödlich zu verunglücken, sei im Vergleich zum Auto rund 20 Mal höher. Im vergangenen Jahr waren insgesamt 3.232 Motorradfahrer auf Niedersachsens Straßen in Unfälle verwickelt, 2020 waren es mit 3.388 noch etwas mehr. Dabei wurden im Jahr 2021 75 Motorradfahrer getötet (2020: 58) und 834 (2020: 942) schwer verletzt.

„Es gibt zwar beim Motorradfahren auch schwer vermeidbare Unfälle mit Wildtieren oder Unfälle durch technische Defekte, der wichtigste Faktor in der Unfallverhütung ist jedoch oftmals der Fahrer selbst auch aufgrund überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit“, so Verkehrssicherheitsberater Polizeioberkommissar Martin Schwanitz vom Präventionsteam der Polizei Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen.

Selbstüberschätzung und Abenteuerlust können tödlich sein

„Stark erhöhte Unfallwahrscheinlichkeiten sind oftmals auch die Folge von Selbstüberschätzung und Abenteuerlust. Geschwindigkeitsbeschränkungen haben einen Sinn und müssen von allen Verkehrsteilnehmern eingehalten werden." Bei Motorradunfällen gebe es einen hohen Anteil von Alleinunfällen ohne fremde Beteiligung. "Die meisten Alleinunfälle lassen sich durch Regeleinhaltung verhindern.“

Schräglagen- und Geschwindigkeitsrausch gehören laut Polizei bestenfalls auf abgesperrte Rennstrecken. Schöne Motorradstrecken seien keine Rennpisten und auch nicht entsprechend ausgestattet. "Wer also den 'Weltmeister' geben möchte, weiche bitte auf entsprechende Parcours aus, die man für geringe Eintrittsgelder überall in Deutschland findet. Eine Landstraße eignet sich jedenfalls nicht für 'Selbsttests'“, betont die Polizei.

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Vorsicht auf bekannten Problemstrecken

Gerade auf den bekannten Problemstrecken sei „vorsichtiges und rücksichtsvolles Fahren" wichtig, berichtet der Sachbearbeiter Verkehr der Polizeiinspektion, PHK Andreas Dobslaw. „Sowohl auf der B195 im Amt Neuhaus, als auch an der Spitzkehre in Alt Garge und auf der Kreisstraße zwischen Lüneburg und Echem (K53) beobachtet die Polizei immer wieder Fehlverhalten von Motorradfahrenden". Dies führe nicht selten zu zum Teil schweren Verkehrsunfällen, an denen die Biker durch ihr Verhalten oftmals selbst schuld seien. "Bedenken Sie bitte: Wenn aus Spaß Ernst wird, leiden nicht nur die Verunfallten, sondern oft auch deren Angehörige."

Sicherheitstraining nach langer Fahrpause

Die Polizei rät, nach langer Fahrpause ein Sicherheitstraining zu absolvieren. "Je besser man seine Maschine beherrscht, desto größer ist die Sicherheit beim Fahren, desto besser kann man im Ernstfall auf Gefahrensituationen reagieren." Außerdem sei es wichtig, auf Fahrsicherheitssysteme bei den Motorrädern zu achten. Diese seien in der Lage, viele Unfälle zu vermeiden oder zumindest abzuschwächen. "Mindestens ein ABS ist dringend zu empfehlen“, so POK Martin Schwanitz. Auch gute Motorradbekleidung sei unabdingbar, auch wenn sie nur bei niedrigeren Geschwindigkeiten schwere oder tödliche Verletzungen verhindern könne.

Autofahrer sollen defensiv fahren

Autofahrern rät die Polizei, vorsichtig und defensiv fahren. Durch vorausschauendes Fahren könne man in vielen Fällen Konfliktsituationen rechtzeitig erkennen und ausschalten. Die Polizei bittet alle Verkehrsteilnehmer um gegenseitige Rücksichtnahme und besondere Vorsicht. lz

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