Stadt gedenkt der Opfer des KZ-Häftlingstransports

Bürgermeister Eduard Kolle legt im Namen der Stadt Lüneburg einen Kranz zum Gedenken an die Opfer des KZ-Häftlingstransports vom 7. April 1945 nieder. (Foto: Stadt Lüneburg)

Bürgermeister Eduard Kolle legt im Namen der Stadt Lüneburg einen Kranz zum Gedenken an die Opfer des KZ-Häftlingstransports vom 7. April 1945 nieder. (Foto: Stadt Lüneburg)

Lüneburg. Es war der zweite und letzte Bombenangriff auf Lüneburg im Zweiten Weltkrieg. Und es war ein Angriff, der viele Menschenleben forderte.

Um den von Nationalsozialisten ermordeten Opfern des KZ-Häftlingstransports vom 7. April 1945 zu gedenken, hat Bürgermeister Eduard Kolle zum Jahrestag am Mittwoch, 7. April , im Namen der Hansestadt Lüneburg einen Kranz auf dem „Ehrenfriedhof – Opfer der KZ-Häftlingstransporte 1945“ im Tiergarten niedergelegt.

Das Mahnmal nahe des Bahnhofsgeländes erinnert an das Massengrab von 256 KZ-Häftlingen, die bei einem Transport aus dem KZ-Außenlager Wilhelmshaven von Nationalsozialisten ermordet wurden. Kurz vor Kriegsende räumte die SS die Konzentrationslager vor den anrückenden alliierten Truppen, um die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen.

Die teilweise schwer erkrankten und verletzten Häftlinge hatten schon eine mehrtägige Fahrt hinter sich, als der Zug am 7. April 1945 am Lüneburger Güterbahnhof zum Stehen kam, bei einem Bombenangriff getroffen und stark zerstört wurde. Das Ziel der Bombardierung war es, die Nachschubversorgung der Wehrmacht zu unterbrechen. Da die Waggons mit den Häftlingen aus der Luft nicht von Versorgungszügen zu unterscheiden waren, wurden auch sie angegriffen. Einer der Waggons erhielt einen direkten Treffer, weitere wurden beschädigt und brannten. Die Waggons wurden während des Bombenangriffs von Wehrmachtssoldaten bewacht, so dass sie für viele Gefangene zur Todesfalle wurden.

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Lern- und Gedenkort

Bei dem Bombenangriff starben mehr als 70 KZ-Häftlinge. Einige Überlebende des Angriffs wurden mit Lastwagen weiter in Konzentrationslager gebracht, viele von ihnen wurden von SS-Soldaten zusammengetrieben und grausam ermordet. 20 Häftlinge hatten zunächst fliehen können – in das Rote Feld, in die Innenstadt und in Vororte. Die Lüneburger Gestapo startete daraufhin eine gnadenlose Jagd auf sie.

Ein paar Monate nach Ende des Zweiten Weltkriegs erfuhr die britische Besatzungsmacht von zwei Massengräbern unweit der Stelle des heutigen Friedhofes im Tiergarten. Sie veranlasste die Umbettung der Toten aus den Massengräbern in Einzelgräber auf eine Waldlichtung, wo sie am 3. Oktober 1945 feierlich bestattet wurden.

Um dieses Kriegsverbrechen der Nationalsozialisten auf Lüneburger Boden weiter aufzuarbeiten, will die Hansestadt den „Ehrenfriedhof – Opfer der KZ-Häftlingstransporte 1945“ als Lern- und Gedenkort weiterentwickeln und plant bis Ende des Jahres vier Informationstafeln zu den damaligen Geschehnissen aufzustellen.

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