Wenn die Energiesperre droht: Verbraucherzentrale gibt Tipps

Angesichts steigender Energiepreise kommen viele Menschen in Zahlungsschwierigkeiten. Die Verbraucherzentrale bietet da Beratung an. (Foto: phs)

Angesichts steigender Energiepreise kommen viele Menschen in Zahlungsschwierigkeiten. Die Verbraucherzentrale bietet da Beratung an. (Foto: phs)

Lüneburg. Kein Licht, kein Kühlschrank, keine Heizung – ein Szenario, in dem sich niemand wiederfinden möchte. Angesichts steigender Preise wird dies jedoch zunehmend zur Realität. Denn wenn Energiekosten nicht mehr gezahlt werden können, droht eine Sperre des Versorgers. Was viele nicht wissen: Für das Abstellen von Strom und Gas gelten bestimmte Bedingungen.

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen, die in Lüneburg mit einem Büro an der Schröderstraße vertreten ist, bietet Unterstützung.

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Sofort Hilfe suchen und mit Lieferanten sprechen

„Wer befürchtet, Energierechnungen nicht mehr zahlen zu können, sollte sich unbedingt sofort Hilfe suchen und mit dem Energielieferanten sprechen“, sagt Julia Schröder, Energierechtsexpertin der Verbraucherzentrale: „Gerne unterstützen wir mit unserem neuen Beratungsangebot kostenlos dabei. Denn eine Energiesperre zu verhindern, ist in jedem Fall einfacher, als diese wieder rückgängig zu machen.“

Hinzu kommt, dass eine Sperre nicht immer rechtens ist. „Aufgrund der besonderen Härte hat der Gesetzgeber einige Bedingungen und Formalien festgelegt“, weiß die Expertin.

Erst wenn Verbraucher mit mindestens dem Doppelten ihres monatlichen Abschlages oder ihrer Vorauszahlung im Rückstand sind und der Versorger die Zahlung bereits angemahnt hat, darf er eine Sperre androhen. Wurden kein Abschlag und keine Vorauszahlung vereinbart, müsse der Rückstand mindestens ein Sechstel der Jahresrechnung betragen – in beiden Fällen jedoch mindestens 100 Euro.

Bestimmte Vorgaben müssen für Energiesperre erfüllt sein

Um eine angedrohte Sperre letztlich durchsetzen zu dürfen, müssten weitere gesetzliche Vorgaben erfüllt sein. „Der Energielieferant muss vier Wochen vorher die Versorgungsunterbrechung nochmals androhen und die Sperre acht Werktage vorab postalisch ankündigen“, verdeutlicht Schröder.

Zugleich müsse er eine zinsfreie Ratenzahlungsvereinbarung anbieten und schriftlich darüber informieren, wie eine Unterbrechung vermieden werden kann.

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Sperrung und Entsperrung verursachen zusätzliche Kosten

„Ist die angedrohte Sperrung rechtmäßig, sollte darüber nachgedacht werden, die Vereinbarung zur Ratenzahlung anzunehmen“, sagt Schröder. Oftmals sind jedoch auch andere Lösungen denkbar, etwa eine Stundung der Kosten. „Hierfür sollten sich Betroffene mit ihrem Lieferanten abstimmen und gemeinsam Alternativen finden, um eine Sperre zu verhindern. Denn Sperrung und Entsperrung verursachen zusätzliche Kosten.“

Mehr Informationen zum Thema Energiesperren im Internet.

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