Widerstand gegen Schließung der Johannes-Rabeler-Schule

Eltern hofften, dass die Rabeler-Schule über das Schuljahr 2027/28 hinaus erhalten bleibt. (Foto: privat)

Eltern hofften, dass die Rabeler-Schule über das Schuljahr 2027/28 hinaus erhalten bleibt. (Foto: privat)

Lüneburg. Der Kreiselternrat mischt sich in die Diskussion über die Zukunft der Johannes-Rabeler-Schule ein. Die Resolution der Lüneburger Ratsmehrheit, die Landesregierung möge bessere Rahmenbedingungen für die Inklusion an Regelschulen schaffen, werde von Stadt- und Kreiselternrat ausdrücklich begrüßt, heißt es in einer Pressemitteilung. Aber: „Gleichzeitig ist damit aber keinesfalls die Diskussion um den Erhalt der Johannes-Rabeler-Schule vom Tisch“, erklärt Kreiselternratsvorsitzender Marco Sievers.

Er weiß nach eigenem Bekunden eine breite Mehrheit der Elternschaft hinter sich. „Vor der anstehenden Landtagswahl werden wir genau hinsehen, wie sich insbesondere Grüne und SPD dazu verhalten.“ Die Johannes-Rabeler-Schule ist eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen, die inklusiv aufgestellt ist. Sie umfasst die Sekundarstufe 1.

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Disput mit grüner Spitzenkandidatin

Gemeinsam mit Miriam Kaschel, stellvertretende Vorsitzende des Kreiselternrates, war Sievers nach Hannover gereist, um zu diesem Thema mit den bildungspolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen zu diskutieren. Dabei sei Sievers mit der niedersächsischen Spitzenkandidatin Julia Willie Hamburg (Grüne) aneinandergeraten, die an dem Vorhaben festhalten will, die Förderschulen mit Schwerpunkt Lernen ab dem Schuljahr 2023/2024 auslaufen zu lassen und betroffene Kinder in der inklusiven Regelschule zu unterrichten.

Es sei nicht nachvollziehbar, erfolgreiche und stark nachgefragte Schulen, wie die Lüneburger Rabeler-Schule, jetzt am langen Arm verhungern zu lassen, während das andere System noch nicht funktioniere, meint Sievers. Er verglich die Situation mit einem Staffellauf zur Inklusion: „Man kann den Stab wohl schlecht an den nächsten Läufer weitergeben, wenn dieser noch nicht in Sichtweite ist.“

Inklusion läuft noch nicht rund

Denn die Inklusion laufe auch nach ihrer Einführung vor neun Jahren an vielen Schulen noch immer nicht rund, da es an Fachkräften und Unterstützungspersonal mangele. Die Regelschulen seien derzeit kaum in der Lage, die Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen gleichberechtigt ihren Bedürfnissen entsprechend zu unterrichten, meint der Kreiselternrat.

Miriam Kaschel stellte für diesen klar, dass die Elternvertretungen hundertprozentig zur Inklusion stehen würden, daher seien die Forderungen des Lüneburger Stadtrates grundsätzlich zu begrüßen. Sie erwartet von der Politik nun eine sachliche Auseinandersetzung, bei der die Anforderungen der betroffenen Kinder und Eltern im Vordergrund stehen – und nicht ideologische Interessen der Parteien.

„Das Land ist dringend aufgefordert, die Regelschulen personell und finanziell so auszustatten, dass sie optimale Bedingungen für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf bieten.“ Man könne die Umsetzung der inklusiven Schule aber nicht der Eigenverantwortlichkeit der Schulen übertragen, um ihnen dann zum Vorwurf zu machen, sie hätten sich noch nicht auf den Weg gemacht – das sei unseriös, so Kaschel.

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Eltern stehen zur Rabeler-Schule

In die gleiche Kerbe schlägt auch Stefanie Ratz, Schulelternratsvorsitzende der betroffenen Johannes-Rabeler-Schule und Vorstandsmitglied im Stadtelternrat. Sie steht in engem Kontakt mit den verschiedenen Elterngremien und sagt: „Wir Eltern sehen unsere Kinder in dieser Lüneburger Schule bestens gefördert – daher fragen wir uns, wie es hier in der Hansestadt Entscheidungsträger geben kann, die trotz der bekannten Lage noch an der Schließung im Jahr 2028 festhalten können.“ lz

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