Von der Schnapsidee zum Erfolg

„World Gin Awards“: Lüneburger Gins nehmen Kurs auf die Weltrangliste

Gin-Produzent Kai Apel und Jonas Griesche vom Medienhaus Lüneburg, das den Ilmenauwasser Gin als Eigenproduktion mit Apel entwickelte, freuen sich über die internationale Anerkennung durch die "World Gin Awards".

Gin-Produzent Kai Apel und Jonas Griesche vom Medienhaus Lüneburg, das den Ilmenauwasser Gin als Eigenproduktion mit Apel entwickelte, freuen sich über die internationale Anerkennung durch die "World Gin Awards".

Lüneburg/Egestorf. Sein erster selbstgemachter Gin entstand im Sommer 2017 in einer Spontan-Aktion. Fasziniert von dem Getränk, das eine so große Vielfalt an Aromen ermöglicht, konnte sich Kai Apel doch mit keinem Gin auf dem Markt so richtig anfreunden. Also entwickelte der Lüneburger zusammen mit seinem Sohn und einer ersteigerten Kupferdestille in der Familienküche kurzerhand seinen eigenen Drink.

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„Eine echte Schnapsidee“, erinnert sich Apel heute mit einem Lachen daran, doch im Gegensatz zu vielen anderen ihrer Art eine erfolgreiche. Als Tischler für Probeanfertigungen im Helmholtz-Forschungszentrum in Geesthacht hat es der 56-Jährige täglich mit neuen Aufgaben zu tun. „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen“, sagt er über sich selbst.

Spitzenreiter unter den deutschen Gins

Apel recherchierte, probierte aus und fand seine eigene Kreation - den LunaGin. Rund 8000 Flaschen des Getränks sind inzwischen verkauft. Jetzt wurde er bei den „World Gin Awards 2023“ zum besten „Flavoured Gin“ Deutschlands gekürt. Mit dem Preis ehrt das englische Fachmagazin „The Drinks Report“ seit 2014 jährlich in elf Kategorien sortiert nach Herstellungsverfahren die besten Gins der Welt. Am 23. Februar gehen die drei Bestplatzierten der Landeslisten ins Rennen um die World Awards.

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Gleich zwei weitere Gins aus der Region Lüneburg haben es in die Auswahl geschafft. Den zweiten Platz auf dem deutschen Treppchen der Flavoured Gins belegt der Ilmenauwasser Gin, den das Medienhaus Lüneburg in Zusammenarbeit mit Apel 2021 entwickelt hat. Gold im Deutschland-Ranking der „London Dry Gin“ holte außerdem die Heidebrennerei aus Egestorf mit dem Heide-Gin.

„Das ist schon gewaltig, dass sich gleich drei Produkte aus unserer Region in einem Wettbewerb mit über 25 Nationen durchsetzen“, freut sich Gerhard Bosselmann, Inhaber der Heidebrennerei. „Diese Qualität ist nur möglich, weil wir hier das weiche Heidewasser haben und in unseren kleinen Manufakturen noch echtes Handwerk umsetzen können. Das ist für die Großen gar nicht mehr möglich.“

Seine Geschmacksrichtung erhält ein Gin durch die Zugabe sogenannter Botanicals: Beeren, Samen, Wurzeln, Kräuter oder Gewürze. Beim klassischen Gin herrschen in der Regel Wacholder und Koriander vor. Beim LunaGin dominiert Citrus, beim Ilmenauwasser Gin die Brombeere. Bosselmann verwendet ausschließlich Botanicals aus der Region wie Heidekraut, Hagebutten oder Tannenspitzen.

Gerhard Bosselmann brennt in seiner Privat-Destillerie in Egestorf Gins im London-Dry-Gin-Verfahren mit Aromen aus der Lüneburger Heide.

Gerhard Bosselmann brennt in seiner Privat-Destillerie in Egestorf Gins im London-Dry-Gin-Verfahren mit Aromen aus der Lüneburger Heide.

Auch er kam erst vor zwei Jahren durch einen familiären Wettbewerb zwischen ihm und seinem Sohn, selbst Whiskybrenner in der Rhön, zum Gin. Die Heidebrennerei betreibt der Agraringenieur als Hobby, jedoch mit großem Erfolg. Die Platzierung bei den World Gin Awards ist bereits seine dritte internationale Auszeichnung.

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Was kommt nach der Auszeichnung?

Apel hingegen ist gespannt, was sich für ihn durch diese Anerkennung verändern wird. „Es ist ja schon ein Unterschied, ob ich jemandem erzähle, dass ich selber Gin herstelle, oder ob ich sagen kann, dass mein Gin der beste Flavoured Gin Deutschlands ist“, sagt er stolz.

Zu viele Pläne machen möchte er zwar nicht, denn ihm machen aktuelle Lieferschwierigkeiten in der Flaschen-Produktion und die hohen Energiekosten zu schaffen. „Aber ich bin offen, für das, was da kommt.“ An Ideen mangelt es in jedem Fall nicht.

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