Probealarm

Heute ist bundesweiter Warntag: Wie sich Lüneburg auf den Katastrophenfall vorbereitet hat

Frau hält Handy mit Warnhinweis-App in die Luft. Dahinter ist eine Sirene auf einem Gebäude.

Sirenenalarm und Warnhinweise aufs Handy - So läuft der Warntag 2022 in Lüneburg.

Lüneburg. Heulende Sirenen im gesamten Landkreis, alarmierende Kurznachrichten auf dem Smartphone: Am 8. Dezember um 11 Uhr fand der zweite bundesweite Warntag statt – erstmals wurde dabei auch das Warnsystem Cell Broadcast getestet. Mit der Aktion prüfen Bund und Gemeinden ihre Warnketten für den Fall einer akuten Katastrophe.

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104 Sirenen im gesamten Landkreis werden eine Minuten heulen

104 Sirenen im Landkreis Lüneburg stießen am bundesweiten Warntag ab 11 Uhr einen einminütigen an- und abschwellenden Heulton aus. Zeitgleich sendeten Warn-Apps wie NINA, BIWAPP oder das System Cell Broadcast Warnhinweise auf das Smartphone.

Gerade diese technische Übermittlung der Textmitteilungen auf das Handy hatte beim vergangenen Warntag 2020 nur fehlerhaft funktioniert. „Aber dafür übt man und hofft, dass diesmal alles klappt“, erklärte Sonja Sachse, Fachdienstleiterin für Ordnung beim Landkreis im Vorfeld.

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Cell Broadcast: Warnung direkt auf das Handy

Diesmal kam erstmals das System Cell Broadcast zum Einsatz: Jedes kompatible Handy bekam damit einen Warnhinweis als Textnachricht geschickt – es wird keine spezielle App dafür benötigt.

Gefahrenlagen sollen so schnellstmöglich an die Bürger übermittelt werden können. „Wenn bei der Flutkatastrophe in Ahrweiler schon Warnungen über Cell Broadcast möglich gewesen wären, hätte das wahrscheinlich mehr Leben retten können“, sagte Sonja Sachse. Doch trotz mobiler Warnmöglichkeiten blieben Sirenen weiterhin ein essenzieller Teil der Warnkette.

Cell Broadcast

 

So kommt der Warnhinweis auf das Handy

Auch wer keine Warn-App wie NINA oder BIWAPP auf dem Handy installiert hat, sollte im Zuge des Warntags eine Benachrichtigung auf sein Smartphone bekommen haben. Genutzt wird dafür das System "Cell Broadcast". Jedes eingeschaltete Handy, das nicht im Flugmodus und in den Funkzellen eines möglichen Katastrophengebiets eingewählt ist, sollte damit eine SMS-ähnliche Textmeldungen erhalten haben. Die Voraussetzungen sind: Das Telefon muss empfangsfähig sein (nicht jeder Smartphone-Hersteller wird von dem System unterstützt), aktuelle Updates besitzen und eingeschaltet sein. Alle Infos zu Cell Broadcast und welche Geräte empfangsfähig sind, finden Sie unter www.bbk.bund.de

„Leider ist der Zivilschutz etwas in Vergessenheit geraten“

Torsten Hensel, Kreisbrandmeister

Deshalb wurden am Warntag über die Leitstelle zusätzlich alle Sirenen des Landkreises aktiviert; nur im Stadtgebiet, in Dahlenburg und in Adendorf blieb es still; dort wurden die Sirenen abgebaut. „Leider ist der Zivilschutz etwas in Vergessenheit geraten“, bemängelte diesbezüglich Kreisbrandmeister Torsten Hensel.

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„Früher wurden wir mit unseren Sirenen belächelt, das sei nicht mehr zeitgemäß. Aber das Handy hat man nun mal auch nicht immer bei sich. Eine Sirene kann da zuverlässig warnen“, erklärte er. Außerdem habe der Krieg in der Ukraine die Leute für mögliche Katastrophenszenarien wieder sensibilisiert.

Landkreis will seine Sirenen wieder aufstocken

Derzeit plant der Landkreis seine Sirenen wieder aufzustocken, eine Förderung von Bund und Land scheint aber vorerst nicht vorgesehen. „Es gibt einige Sirenenförderprogramme, jedoch haben dort besonders gefährdungsbehaftete Regionen Vorrang. Der Landkreis wird derzeit nicht berücksichtigt“, erklärte Sonja Sachse.

Am Donnerstag heulte der Warnton eine volle Minute, nur die laute Entwarnung gegen 11.45 Uhr konnten die Sirenen im Landkreis nicht abspielen. Diese Funktion sei nicht programmiert.

Grundsätzlich solle der laute Sirenenton dazu anregen, sich zu informieren. „Nicht in Panik geraten, sondern das Radio anschalten und einen Blick auf das Smartphone werfen“, riet Sonja Sachse, dann sei jeder im Katastrophenfall informiert.

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