Wildtierverluste beim Mähen vermeiden

In Flächen mit bekanntem Wildvorkommen sollte bei den Mäharbeiten besondere Aufmerksamkeit gelten, um zum Beispiel Rekitze retten zu können. (Foto: Pixabay)

In Flächen mit bekanntem Wildvorkommen sollte bei den Mäharbeiten besondere Aufmerksamkeit gelten, um zum Beispiel Rekitze retten zu können. (Foto: Pixabay)

Lüneburg. Die erste Frühjahrsmahd steht an und fällt zusammen mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs aufziehen. Natürliche Schutzstrategien wie das „Ducken und Tarnen“ schützen zwar vor Fressfeinden wie dem Fuchs, nicht aber vor den Erntemaschinen. Darauf machen die Landesjägerschaft Niedersachsen, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und das Landvolk Niedersachsen aufmerksam. Die Verbände empfehlen Präventionsmaßnahmen, die Wildtierverluste beim Mähen vermeiden sollen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Noch nicht genug Wärme

„Inzwischen sind die Bauern technisch sehr gut ausgerüstet“, sagt Thorsten Riggert, Vorsitzender des Bauernverbands Nordostniedersachsen. Drohnen fliegen, Sicherheitstechnik am Mähwerk wird installiert. „Was wir da als Mensch möglich machen können, wird gemacht.“ Riggert schätzt, dass die Mäharbeiten im Landkreis Lüneburg erst in zwei bis drei Wochen beginnen werden. Grünland braucht Wärme, und davon gab es bislang noch nicht genug.

Von innen nach außen mähen lautet die grundsätzliche Empfehlung für die Arbeiten. Diese einfache Regel ermöglicht es Rehen, Feldhasen und Co. noch während der Mahd die Flächen nach außen durch das stehende Gras zu verlassen. Je nach Situation gilt es, flächenspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen: An stark befahrenen Straßen etwa ist einseitig von der Straße her mit der Mahd zu beginnen. Besondere Aufmerksamkeit ist in den Saumbereichen gefragt – diese sind als Aufenthaltsorte bei vielen Wildtieren besonders beliebt und erfordern zusätzliche Vorsicht.

Auf Mäharbeiten in der Dunkelheit verzichten

In Flächen mit bekanntem Wildvorkommen sollte bei den Mäharbeiten die Geschwindigkeit verringert werden und besondere Aufmerksamkeit gelten. Da sich viele Wildtiere vor hellem Scheinwerferlicht instinktiv ducken und nicht flüchten, sollte in der Dunkelheit auf Mäharbeiten möglichst gänzlich verzichtet werden. Bei der Ernte von Ganzpflanzensilage verspricht die Begrenzung der Schnitthöhe auf etwa 15 bis 20 Zentimeter in der kritischen Aufzuchtzeit zusätzlichen Erfolg – auch und gerade bei Bodenbrütern.

Effektive Wildtierrettung beginnt aber bereits vor der Mahd. Wer Flächen bewirtschaftet, ist tierschutzrechtlich verpflichtet, bei landwirtschaftlichen Arbeiten den Tieren vermeidbare Leiden oder Qualen zu ersparen. Geplante Erntetermine sollten rechtzeitig mit den Jagdpächtern abgesprochen werden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Ein Piepton, der die Tiere zur Flucht veranlasst

Kostengünstig und effektiv sind laut Verbänden Knistertüten oder Flatterbänder in den Flächen. Auch der Einsatz von elektronischen Wildscheuchen habe sich bewährt. Jeweils ein Gerät pro drei Hektar könne zur Beunruhigung ausreichen. Als sehr erfolgreich habe sich auch der Einsatz sogenannter akustischer Wildretter erwiesen, heißt es weiter. Diese an den Erntemaschinen angebrachten Signaltongeber erzeugen einen sehr hohen Piepton, der Wildtiere zur Flucht veranlasst.

Neuerdings kommen vermehrt Drohnen mit Wärmebild- oder Infrarot-Technik zum Einsatz. Sie können helfen, Jungtiere auf großen Flächen zu lokalisieren, um sie so vor den Erntemaschinen zu retten. Da deren Einsatz aber noch nicht flächendeckendeckend gewährleistet ist und zudem stark von äußeren Faktoren wie z.B. der Außentemperatur abhängig ist, sind die bewährten Strategien zur Vermeidung von Wildtierverlusten bei der Mahd, zu denen auch das Absuchen der Wiesen mit Jagdhunden zählt, weiterhin von essenzieller Bedeutung, so die Verbände. lz/ape

Mehr aus Landkreis Lüneburg

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken