Freitag , 2. Dezember 2022
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Foto t&w Weihnachtskugeln Ebstorf Verkauf am Mandelwagen links Jens Dittmer-Predöhl und Jens Dittmer (r.)

Christbaumkugeln für die Wirtschaft

Im Klosterflecken Ebstorf ist eine neue Idee entstanden: der "Baum des Zusammenhalts". Dabei handelt es sich um eine Spendenaktion, mit der örtlichen Betrieben durch die Corona-Krise geholfen werden soll.

Ebstorf. Manchmal spült das Internet durchaus hilfreiche Ideen direkt vor die Haustür. Eine davon stammt aus den Kommentarspalten der Facebook-Gruppe „Ebstorf Frei Schnauze!“. Aus einer Diskussion um die verschärften Corona-Regelungen ist dort vor Kurzem der „Baum des Zusammenhalts“ erwachsen, eine Spendenaktion zur Unterstützung der lokalen Wirtschaft.

Mitinitiator Jens Dittmer-Predöhl kann aus dem Stegreif acht Betriebe im Klosterflecken aufzählen, die momentan coronabedingt geschlossen haben. „Wir Ebstorfer können sie nicht komplett retten, das ist uns bewusst, aber zumindest dafür sorgen, dass sie ihre laufenden Kosten besser decken können“, sagt der 36-Jährige. Und so funktioniert‘s: Bis zum vierten Advent können bei der ortsbekannten „Mandelbude“ in der Bahnhofstraße, auf dem Wochenmarkt oder sonntags auf dem Edeka-Parkplatz gegen eine Spende von mindestens fünf Euro Christbaumkugeln erworben werden.

Der bunte, teilweise von Kindern gestaltete Baumschmuck soll dann mit einem persönlichen Versprechen an die Ebstorfer Gewerbetreibenden versehen werden. Dass der DJ beim nächsten Geburtstag auflegen wird oder beim Wirtshaus nebenan im kommenden Jahr mindestens 20 Bestellungen aufgegeben werden, um nur einige Beispiele der Ideengeber zu nennen. Die Kugeln mitsamt Versprechen werden dann an einen Weihnachtsbaum auf dem Winkelplatz gehängt. „Wir gehen davon aus, dass sich die Leute auch an ihre Versprechen halten“, sagt Jens Dittmer-Predöhl. Überprüfen ließe sich das später nicht, da die Teilnehmer nicht verpflichtet sind, Namen oder Adresse anzugeben.

Ein Zeichen des Zusammenhalts

Die Einnahmen aus dem Kugel-Verkauf sollen den betroffenen Betrieben als kleine Finanzspritze durch die Corona-Krise helfen. „Allein in der ersten Woche haben wir schon knapp 570 Euro zusammen“, freut sich Dittmer-Predöhl. Er und sein Team haben die Aktion groß beworben – mit einem Video im Netz und Plakaten auf der Straße. Inzwischen hätten sich auch Gewerbetreibende gemeldet, die sich an der Spendensammlung beteiligen oder einen Teil ihrer Einnahmen in den Topf werfen wollen. Für Dittmer-Predöhl ist das ein Zeichen des örtlichen Zusammenhalts: „Wenn man so will, schreiben wir gerade unsere eigene kleine Weihnachtsgeschichte.“

Von Anna Petersen