Samstag , 3. Dezember 2022
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Kekbsbäckerei
Heidi Bendzko hat schon alle Zutaten bereitgestellt für die Kekbsbäckerei. (Foto: t&w)

Ein ganz süße Geste

Sich ehrenamtlich zu engagieren, ist Heidi Bendzko wichtig. Seit fünf Jahren bietet die Melbeckerin jede Woche einen Spielenachmittag für eine Wohngruppe der Lebenshilfe an. Coronabedingt geht das zurzeit nicht, auch nicht das adventliche Backen. Doch Vorweihnachtszeit ohne selbstgebackene Kekse, das fehlt doch etwas, findet Heidi Bendzko.

Lüneburg. Kekse backen und hübsch verzieren – das gehört für viele Menschen einfach zur Vorweihnachtszeit. Doppelt Spaß macht es, wenn man zusammen mit anderen die Leckereien herstellt. Für Heidi Bendzko aus Melbeck gab es in den vergangenen Jahren dafür immer ein besonderes Datum. Am Montag vor dem ersten Advent traf sie sich mit Bewohnern einer Wohngruppe des Wohnheims Embsen der Lebenshilfe. Doch in Corona-Zeiten fällt das flach. Also backt Heidi Bendzko allein – für die Runde.

Das erste Blech mit Mürbekeksen, verziert mit süßem Zuckerguss, hat die 75-Jährige bereits gezaubert. In den kommenden Tagen sollen es noch mehr Sterne, Herzen und Leuchttürme werden – letztere sind sozusagen Symbol für die Lieblingsinsel des Ehepaares Bendzko: Amrum. Eine große Dose soll gefüllt werden, damit alle tüchtig zulangen können. "In den vergangenen Jahren, wenn ich eine Woche später wieder ins Wohnheim kam, war meist alles vertilgt", berichtet Heidi Bendzko mit einem Lächeln.

Kennlern-Runde im Wohnheim

Seit August 2015 ist sie in der Einrichtung der Lebenshilfe in Embsen ehrenamtlich tätig – mit großer Freude, wie sie sagt. Zuvor hatte sie bereits den Mittagstisch im Geschwister-Scholl-Haus ehrenamtlich betreut, suchte aber nach einer neuen Aufgabe. "Ich bin in der Seniorensportgruppe des MTV Embsen, an der auch Bewohner der Wohngruppe mit einer Betreuerin regelmäßig teilnehmen. Als sie hörte, dass ich ehrenamtlich etwas Neues machen möchte, schlug sie vor, mich in der Wohngruppe zu engagieren."

Die Idee fand die ehemalige Krankenschwester, die viele Jahre im früheren Landeskrankenhaus tätig war, sehr interessant. Bei einer Kennlern-Runde im Wohnheim überlegte sie mit den Bewohnern, was man gemeinsam machen könnte. Die Wahl fiel auf Spielenachmittage, am liebsten mit "Mensch ärgere Dich nicht". Einmal pro Woche fielen die Würfel, zusammen hatten sie viel Spaß. Drei-, viermal pro Jahr gab es eine Kaffeetafel, die Heidi Bendzko mit selbstgebackenem Kuchen bestückte. "Es ist ein herzliches Miteinander, und über die Zeit sind wir uns sehr vertraut geworden."

"Ein tolles Angebot der Lebenshilfe"

Kurz vor dem ersten Advent lief bisher immer die Keksbäckerei. Den Mürbeteig bereitete die Melbeckerin Zuhause zu, gemeinsam wurden die Plätzchen ausgestochen und nach dem Backen verziert. "Die Augen strahlten, und die Bäckchen wurden jedesmal rot vor Freude. Das zu sehen, war einfach so schön. Und ich hoffe, dass wir das im nächsten Jahr wieder machen können."

Um den Kontakt zu halten, hat sie inzwischen einen Brief geschrieben, in dem sie auch nachgefragt hat, wie es allen geht. Eigentlich hätten sie sich auch beim Adventsbasar der Lebenshilfe getroffen, der in schöner Tradition seit vielen Jahren im Glockenhaus stattfindet und für großen Zuspruch sorgt. "Ein tolles Angebot der Lebenshilfe, dass wie vieles andere für ein Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung sorgt."

Von Antje Schäfer