Dienstag , 6. Dezember 2022
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Lüneburg feilt an einer weihnachtlichen Stimmung mit dem Gassenzauber-Konzept - das kommt nicht überall gut an. (Foto: t&w)

Verweilflächen für bis zu 64 Menschen

"Wer nicht wagt, der nicht gewinnt", postet Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge in sozialen Netzwerken zum "Gassenzauber"-Konzept der Stadt. 22 Buden sind ab Freitag in der Innenstadt verteilt aufgebaut. Anderswo trifft das auf wenig Verständnis.

Lüneburg. Höchstens fünf Personen aus zwei Haushalten dürfen sich in der Öffentlichkeit oder Zuhause treffen - so sieht es die Corona-Verordnung des Landes vor, deren Verlängerung bis 10. Januar (mit Ausnahme der Feiertage) gerade beschlossen worden ist. Diese Regelung gilt somit auch für den Lüneburger "Weihnachtsmarkt light". Besucher sollen sich Glühwein und Bratwurst an den Buden kaufen, dürfen diese dann aber nur in so genannten Verweilflächen verzehren. Ein Essen und Trinken im Gehen oder Stehen ist ab Freitag in der Innenstadt untersagt, erlaubt ist dies nur in eigens ausgewiesenen Bereichen oder auf Sitzbänken.

Dazu hat die Stadt Lüneburg jetzt auf Nachfrage Details mitgeteilt: Am Markt wird es zwei Verweilflächen mit insgesamt 56 Plätzen geben, an der Bardowicker Straße 40 Plätze, an der IHK 28 und an der St.-Johannis-Kirche werden es in einem abgetrennten Bereich sogar 64 Sitzplätze für Glühweintrinker und Bratwurstesser sein. Die Aufenthaltsdauer ist auf 20 Minuten begrenzt.

Mit Freunden in die Innenstadt

Zwar versichern die Organisatoren, dass in diesen "Separees" selbstverständlich die Abstandsregeln eingehalten würden, Kritik hagelt es dennoch. Denn wenn einerseits sich nicht mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit treffen dürfen, wie passt es dann damit zusammen, dass andererseits "Verweilflächen" mit bis zu 64 Personen eingerichtet werden, heißt es aus anderen Rathäusern im Norden. Die daraus resultierende Botschaft sei fatal: Zuhause darfst du mit deinen Freunden keinen Glühwein trinken, dafür musst du in die Innenstadt gehen.

Öffentlich äußern wollen sich die Repräsentanten anderer Städte zum Lüneburger Weg nicht, intern aber grenzen sie sich laut NDR betont von dem Konzept der Salzstadt ab. Und auch im Gesundheitsministerium Hannover zeigte man sich auf LZ-Nachfrage überrascht von der Möglichkeit, in der gesamten Innenstadt Alkohol kaufen und ihn in bestimmten Bereichen konsumieren zu dürfen. "Wir gehen davon aus, dass alle Vorgaben der Allgemeinverfügung eingehalten werden und auch das Gesundheitsamt dieses Konzept abgesegnet hat", erklärte ein Sprecher in einer ersten Stellungnahme. Bewerten wollte er die Lüneburger Entscheidung nicht.

Betonblöcke für Sicherheit

Die Hansestadt Lüneburg rechnet derweil ab der Eröffnung des "Gassenzaubers" mit einem erhöhten Besucheraufkommen in der gesamten Innenstadt. Aus diesem Grund wird auch wieder das Sicherheitskonzept umgesetzt, dass in den Vorjahren für die Weihnachtsmärkte entwickelt worden war. Es umfasst unter anderem versetzte Betonblöcke auf den Zufahrtstraßen der Fußgängerzonen und Plätze.

Von Thomas Mitzlaff