Montag , 5. Dezember 2022
Anzeige
Gebühren
Unter anderem das milde Wetter führt zu der Gebührensenkung. (Foto: A/be)

Straßenreinigung wird billiger

Für Lüneburgs Grundstücksbesitzer dürfte es keine allzu große finanzielle Entlastung sein, zu klein ist für die meisten die Ersparnis, die je nach Grundstücksgröße und Reinigungshäufigkeit (richtet sich nach der Lage) meist ein paar Euro im Jahr, eher selten aber auch mal über 100 Euro ausmacht. Doch immerhin: Die Straßenreinigungsgebühren sollen mit Beginn des kommenden Jahres sinken.

Lüneburg. Einer entsprechenden Empfehlung der Stadtverwaltung stimmte der Wirtschaftsausschuss in seiner jüngsten Sitzung zu. Teuer wird zunächst nichts, Gebührenstabilität soll es in anderen Bereichen geben. Steigerungen sind aber bereits programmiert. Das mildere Wetter, vor allem die Umstellung vom früheren Frontmetermaßstab auf den jetzt geltenden Quadratmeterwurzelmaßstab habe zur Senkung der Straßenreinigungsgebühren um zehn Prozent beitragen können, berichtete die Verwaltung in der Sitzung. 2017 hatte die angekündigte Umstellung, dass bei der Berechnung nicht mehr die Länge der Straßenfront am eigenen Grundstück das entscheidende Kriterium sein soll, noch heftige Kritik bei Anliegern ausgelöst. Die Stadt hatte mit dem Hinweis auf mehr Gebührengerechtigkeit dagegen gehalten.

Die Zufriedenheit angesichts der Gebührensenkung dürfte aber voraussichtlich nicht allzu lange andauern. Denn schon für das kommende Jahr rechnet die Verwaltung mit einem Defizit von 121 900 Euro beim jahresbezogenen Ergebnis, was wieder eine Erhöhung zur Folge haben dürfte. Weil die Stadt aber verpflichtet sei, Vorträge aus den Vorjahren abzubauen, komme sie jetzt um die Gebührensenkung nicht umhin, wie Controlling-Chef Jens Sporleder auf Nachfrage von Frank Soldan (FDP) verdeutlichte.

Friedhofsgebühren

Vorerst stabil bleiben sollen trotz weiterhin defizitärer Ergebnisse auch die Friedhofsgebühren. Mittelfristig komme die Stadt aber nicht umhin, die Gebühren anzupassen, hieß es. Sprich: Es wird bald teurer. Hierbei sollen dann auch die Entwicklungen in der Friedhofskultur berücksichtigt werden. So stiegen Urnenbeisetzungen weiterhin an und seien schon jetzt mit rund 70 Prozent die Hauptbestattungsart. Insbesondere Baumgräber bekämen dabei immer mehr Bedeutung.

Marktwesen

Eher verhaltene Freude wird die angekündigte Gebührenstabilität für 2021 bei den Marktbeschickern ausgelöst haben. Schon im Folgejahr könnten die Gebühren steigen, wie die Verwaltung mit Verweis auf die wegen der Corona-Pandemie ausgebleibenen Erlöse deutlich machte. Zugleich aber schaut sie hoffnungsfroh in die Zukunft. So geht die Verwaltung davon aus, dass die Veranstaltungen und Märkte im kommenden Jahr "in gewohnter Form wieder stattfinden können".

Schmutz- und Niederschlagswasser

Auch bei den Schmutzwassergebühren soll es im kommenden Jahr keine Veränderung geben. Dies sei aber einem einmaligen Effekt geschuldet, wonach deutlich mehr Klärschlamm der landwirtschaftlichen Verwertung zugeführt werden konnte als geplant. Dies habe zu Kosteneinsparungen bei der teureren Klärschlamm-Verbrennung geführt. Damit sei aber künftig nicht mehr zu rechnen. Stabil bleiben sollen vorerst auch die Gebühren für das Niederschlagswasser.

Müll

Steigen sollen im kommenden Jahr hingegen die Müllgebühren. Wie die LZ berichtet hatte, ist eine Anhebung um 5,9 Prozent beabsichtigt.

So viel kostet es

Die Gebühren ab 2021

Das Stadtgebiet ist in verschiedene Reinigungsklassen unterteilt. Im Zentrum wird häufiger gereinigt als in den Randbezirken. Vorbehaltlich der Zustimmung durch den Rat der Stadt in der kommenden Woche sollen die Gebühren wie folgt gesenkt werden:

  • Reinigungsklasse 1 (Reining zehnmal binnen 14 Tagen): Senkung von 24,88 auf 22,20 Euro je Meter
  • Reinigungsklasse 2 (Reining zweimal binnen 14 Tagen): Senkung von 5,00 auf 4,44 Euro je Meter
  • Reinigungsklasse 3 (Reining einmal binnen 14 Tagen): Senkung von 2,48 auf 2,24 Euro je Meter

Von Ulf Stüwe