Sonntag , 4. Dezember 2022
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Öffnungszeiten Lüneburg
Die Öffnungszeiten werden am Montag und Dienstag verlängert. (Foto: t&w)

Öffnungszeiten werden vor Lockdown ausgeweitet

Bevor am Mittwoch die Türen des Einzelhandels geschlossen werden und bis zum 10. Januar bleiben, haben die meisten Betreiber die Öffnungszeiten am Montag und Dienstag ausgeweitet. Damit soll der Kundenandrang entzerrt werden. Den Händlern dürfte das jedoch kaum etwas bringen: Diese befürchten einen hohen Verlust und hatten ursprünglich auf eine spätere Schließung gehofft.

Lüneburg. Ab Mittwoch wird es ruhig in der Lüneburger Innenstadt: Abgesehen von Lebensmittelgeschäften und jenen, die Dinge für den täglichen Bedarf anbieten, müssen die Händler ihre Türen bis zum 10. Januar geschlossen halten. Der Lockdown trifft den Lüneburger Einzelhandel zum zweiten Mal in diesem Jahr, und nun zur Weihnachtszeit besonders hart.

Um die letzten beiden Tage noch so gut es geht zu nutzen, haben die Betriebe, die in dem Verein "Lüneburger Citymanagement" (LCM) organisiert sind, gemeinsam beschlossen, am Montag und Dienstag die Öffnungszeiten bis 20 Uhr auszuweiten. Das berichtet Heiko Meyer, erster Vorsitzender des LCM: "Wir wollen verhindern, dass die Menschen panisch in die Stadt rennen, weil um 18 Uhr Schluss ist." Die zwei angehängten Stunden sollen vor allem dafür sorgen, dass der Andrang entzerrt wird, um so die Sicherheit der Kunden gewährleisten zu können. Teilnehmen werden, so vermutet Meyer, wohl fast alle Händler.

Probleme mit Betriebsräten

Eine noch längere Öffnungszeit, etwa bis 22 oder sogar 24 Uhr, sei ebenfalls im Gespräch gewesen, habe sich jedoch als nicht umsetzbar erwiesen. "Wir hatten so schon Probleme mit den Betriebsräten", betont Meyer. 20 Uhr sei deshalb das Maximum, auf das sich geeinigt werden konnte.

Sinnvoll wäre eine derartige Ausweitung der Geschäftszeiten ohnehin nicht gewesen, findet indes Heinz-Georg Frieling, Geschäftsführer der Lüneburger Außenstelle des Handelsverbands Harz-Heide – er zweifelt schon an der Wirkung der nun beschlossenen Verlängerung. "Der November hat gezeigt, dass die Besucherfrequenz in der Innenstadt ab 16 Uhr enorm zurück geht", sagt er und erklärt dies vor allem mit den bereits geschlossenen Restaurants und Cafés. "Natürlich muss jeder Händler für sich entscheiden, ob er in den zwei Stunden am Abend noch Kundschaft generiert. Ich glaube aber nicht, dass das jetzt die Maßnahme ist, die das Weihnachtsgeschäft rettet."

50 Prozent des Weihnachtsumsatzes verloren

Denn das, da sind sich Meyer und Frieling einig, ist hinüber. Es seien genau diese paar Tage vor Weihnachten, die den meisten Umsatz einspielten. Einige Händler hätten ihm schon ihr Leid geklagt, berichtet Meyer: "Die meisten verlieren jetzt um die 50 Prozent ihres Weihnachtsumsatzes."

Dazu komme der Verlust in den Tagen zwischen den Jahren, die gemeinhin zum Weihnachtsgeschäft dazu gezählt werden. Dort würden häufig die Gutscheine eingelöst oder das Geld ausgegeben werden, das unterm Weihnachtsbaum lag. "Das tut schon richtig weh, dass das jetzt weg fällt", sagt Frieling.

Dass der Einzelhandel nun schon am Mittwoch schließen muss, verschlimmert die Situation zusätzlich. "Wir dachten, uns bleibt noch diese Woche und dann ist nach dem Wochenende Schluss", verdeutlicht Meyer die zerschlagende Hoffnung der Händler. Frieling betont: "Natürlich sehen wir auch die Notwendigkeit zum Handeln angesichts der steigenden Infektionszahlen. Aber der Einzelhandel hat sich bisher nicht als Infektionstreiber herausgestellt, deshalb trifft uns diese Entscheidung sehr."

Hilfen müssen schnell fließen

Über die Auswirkungen will Heiko Meyer derzeit nicht nachdenken. "Das muss erstmal alles sacken", sagt er und betont, dass es nun umso wichtiger sei, dass die Lüneburger den lokalen Einzelhandel durch das online Angebot "Shop Lüneburg" unterstützen.

Zudem hofft Meyer, dass die Hilfen vom Bund dieses Mal schnell ankommen – und zwar schneller, als es bei der Gastronomie der Fall war. "Ich bin selbst Gastronom und habe immer noch nichts von den Novemberhilfen gesehen." Sollte sich das beim Einzelhandel wiederholen, sieht er schwarz: "Das sind keine rosigen Aussichten."

Von Lilly von Consbruch