Montag , 5. Dezember 2022
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Rettmer
Bis zu zehn neue Wohneinheiten könnten bald an der Lüneburger Straße in Rettmer entstehen – angrenzend an die Bebauung im Hintergrund. (Foto: t&w)

Weg frei für eine weitere Bebauung in Rettmer

Bauland ist rar in Lüneburg. Deshalb gibt es stets reichlich Interesse, wenn irgendwo in der Stadt neue Häuser und Wohnungen entstehen. Ein kleines zusätzliches Angebot für ein neues Zuhause gibt es wohl bald in Rettmer: Hier sollen gegenüber der Feuerwache bis zu zehn Wohneinheiten entstehen.

Lüneburg. Rettmer gehört zu jenen Stadtteilen, die in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen sind. Knapp 2600 Menschen leben aktuell in dem Viertel, 25 Prozent mehr als vor zehn Jahren. Zuletzt war das Baugebiet Pilgerpfad Süd mit seinen knapp 250 Wohneinheiten entstanden. Nun soll Rettmer erneut wachsen, allerdings in deutlich kleinerem Umfang.

An der Lüneburger Straße gibt es vis-à-vis zwischen der Straße Osterwiese und dem Baumarkt zwei Felder. Auf einem kleinen Teil davon zur Osterwiese hin sollen neue Wohnhäuser entstehen. Dazu bedarf es keines neuen Bebauungsplanes, die Politik kann den Bau durch eine sogenannte Einbeziehungssatzung legitimieren. Das hat sie im Bauausschuss jetzt auch mehrheitlich gemacht, allein die Grünen stimmten nicht dafür.

Erschließung über die Straße Osterwiese geplant

Das Wachstum wird überschaubar ausfallen, maximal zehn Wohneinheiten können auf dem Areal entstehen, die gesetzlich dafür erforderliche Ausgleichsfläche ist direkt angrenzend, zudem käme eine Aufforstung im Bereich Steinhöhe hinzu. Die Erschließung soll über die Straße Osterwiese erfolgen. "Vor Jahren sollte da mal ein Supermarkt oder ein Aldi hin, aber das haben wir verworfen", erinnerte Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD). Wohnungen dagegen werden dringend gebraucht. "Lassen Sie uns das deshalb ausarbeiten", warb er um Unterstützung.

"Wir werden dem selbstverständlich nicht zustimmen", hatte Wolf von Nordheim (Grüne) in der Sitzung angekündigt. Vor allem die Flächenversiegelung ist ihm ein Dorn im Auge. Sein präferiertes Mittel gegen die Wohnungsnot – das hatte er schon beim Thema Baugebiet Am Wienebütteler Weg zuvor deutlich gemacht – ist statt Neubau der Ausbau von Dachgeschossen. "Das ist wirtschaftlich und geht schnell. Am Venusberg zum Beispiel ist das hervorragend umgesetzt worden."

Mädge kontert Kritik der Grünen

Mädge allerdings sieht das ganz anders: "Es gibt eine UN-Konvention zur Barrierefreiheit, die halten auch alle Grünen hoch, nur in Lüneburg nicht." Beim öffentlichen Wohnungsbau – zum Beispiel durch die Lüwobau – müssten neue Wohnungen barrierefrei gestaltet werden. Da kämen in Dachgeschossen schnell Baukosten von 11 Euro pro Quadratmeter zusammen. Wenn der Wohnraum dann noch bezahlbar bleiben solle, müsse man das "stark subventionieren". Er empfahl von Nordheim "mal ein Praktikum bei der Bauaufsicht des Landkreises".

Die anderen Fraktionen konnten mit den Plänen dagegen gut leben. Birte Schellmann (FDP) sagte: "Mir war stets wichtig, dass zwischen Rettmer, Häcklingen und Oedeme immer eine kleine Lücke bleibt, auch als sichtbares Zeichen der ehemaligen Eigenständigkeit der Orte. Das wäre hier auch mit der Bebauung gegeben."

Von Alexander Hempelmann