Dienstag , 6. Dezember 2022
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Wienebütteler Weg
Nördlich der Psychiatrischen Klinik und westlich des Sportparks Kreideberg sollen auf einem gut 24,3 Hektar großen Areal rund 340 Wohneinheiten entstehen. (Foto: be)

Grünes Licht am Wienebütteler Weg

Mit insgesamt 13 Anträgen zum Bebauungsplan "Am Wienebütteler Weg" war die Grünen-Fraktion zur Ratssitzung am Donnerstagabend angetreten. Nach dreieinhalb Stunden Diskussion war die Mehrzahl durchgefallen, verabschiedete der Rat mit breiter Mehrheit das laut Christel John (CDU) "grünste Wohnprojekt, das wir je entwickelt haben".

Lüneburg. Nach mehr als drei Stunden war es endlich soweit: Die letzte Hürde für das Baugebiet Wienebütteler Weg war genommen. Dort werden bald Einfamilienhäuser, Reihenhäuser, Wohnprojekte mitsamt Mobilitätsstation entstehen können. Der Lüneburger Stadtrat hat am Abend gegen die Stimmen von Grünen und Linken für die Änderung des Flächennutzungsplanes und für den Bebauungsplan Nummer 174 „Am Wienebütteler Weg“ gestimmt.

Bis dahin war es ein langer Weg. Aus den Reihen der Grünen-Fraktion gab es insgesamt 13 Anträge. Alle wurden bei der Sitzung im Gesellschaftshaus der Psychiatrischen Kliniken einzeln vorgestellt und abgestimmt. Die Bandbreite reichte von einem weiteren Verkehrsgutachten über Änderungen am Energie­konzept bis hin zur Verringerung der Flächenversiegelung.

Zuvor hatte Michèl Pauly (Linke) obendrein den Antrag auf Vertagung der Abstimmung gestellt. Coronabedingt hätten sich zu viele Bürger nicht an den Entscheidungsprozessen beteiligen können, lautete eines seiner Argumente. Eine Mehrheit lehnte seinen Antrag ab. Einige Redner übten zudem scharfe Kritik an den Grünen, sprachen von Verzögerungstaktik. Die Inhalte der Anträge seien schon seit Beginn des Ringens um das Baugebiet 2016 immer wieder thematisiert worden, sagte Klaus-Dieter Salewski (SPD). Christel John (CDU) kritisierte ebenfalls die „Verzögerung“, lobte zugleich die Arbeit der Verwaltung und sprach vom „grünsten Wohngebiet, das wir je entwickelt haben“. Thomas Buller (CDU) bezeichnete die 13 Anträge der Grünen als „bemerkenswert“, das erinnere ihn an einen „Hackerangriff“.

Grünen-Fraktionschef Ulrich Blanck wehrte sich gegen die Kritik. „Wir wollten nur präzise formulieren, worum es uns geht.“ Dass sie keine Mehrheit erhalten würden, sei ihm vorher klar gewesen. Am Ende fiel das Votum auch deutlich aus: 10 der 13 Anträge wurden mehrheitlich abgelehnt, drei Anträge in den Wirtschaftsausschuss überwiesen.

Für die Änderung des Flächennutzungsplanes stimmten schließlich 28 Abgeordnete, 14 waren dagegen, zudem gab es eine Enthaltung. Für den Bebauungsplan stimmten dann ebenfalls 28 Ratsmitglieder, 12 lehnten ihn ab. Damit waren nach dreieinhalb Stunden zwei Tagesordnungspunkte abgehakt, 41 weitere standen noch auf der Liste. Es wurde also spät.

Von Werner Kolbe