Sonntag , 4. Dezember 2022
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Creacando
Lina Rehfeldt und Christoph Lang haben sich von der Krise inspirieren lassen, um nun mit ihren Bastelboxen andere zu inspirieren. (Foto: privat)

Sie basteln an ihrem Erfolg

Das Coronavirus und die Folgen haben dafür gesorgt, dass überall Geschäfte und Unternehmen um ihres Existenz bangen. Für ein Lüneburger Duo aber war die Pandemie Anlass, eine neue Existenz zu gründen. Lina Rehfeldt und Christoph Lang haben ihr Start-Up Creacando aus der Taufe gehoben und bieten damit nun gerade in Zeiten, in denen die Menschen vermehrt zu Hause bleiben, eine kreative Abwechslung.

Lüneburg. Geboren wurde die Idee als Folge der ersten großen Lockdowns im April. Christoph Lang hat den deutlich zu spüren bekommen, denn auch der Bastelladen seines Vaters, in dem er schon seit Jahren regelmäßig mitgeholfen hatte, musste schließen. "Damit fielen sämtliche Umsätze während der Osterzeit weg, weil mein Vater keinen Online-Shop hatte", erzählt der 25-jährige Student der Betriebswirtschaftslehre. Gemeinsam mit Lina Rehfeldt (21), die er durch sein Studium an der Leuphana kennen gelernt hatte, schuf er Abhilfe, beide richteten innerhalb von einer Woche einen Online-Shop ein.

Internet-Shop sichert wichtige Einnahmen

"Da sich ein großes Sortiment in der Schnelle nicht abbilden ließ, haben wir stattdessen verschiedene Oster-Bastelsets konzipiert. Das Konzept ging super auf, wir haben innerhalb von einer Woche über 20.000 Leute auf Facebook erreicht und viele Boxen verkauft, wodurch wichtige Einnahmen für Miete und Mitarbeiter reinkamen", sagt Lang. Der Erfolg ermutigte das junge Duo, seine Idee auf eigene Beine zu stellen. Unabhängig vom Laden des Vaters gründeten sie ein kleines Unternehmen, das nun Bastelsets zusammenstellt und verschickt.

Alle formalen Hürden der Gründung seien inzwischen übersprungen, Geld von der NBank sowie Know-How von Uni und Wirtschaftsförderung haben sie sicher, sodass sie jetzt zwar etwas später als erhofft, aber gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft mit ihrem eigenen Webshop an den Start gingen. Noch ist alles überschaubar, als Investition reichte ein vierstelliger Betrag. Als Warenlager dient das WG-Wohnzimmer, dort stellen die Jungunternehmer mit Hilfe von Freunden die Boxen mit verschiedenen Materialien und eigenen Bastelanleitungen zusammen. "Wir wollen langsam wachsen", sind sich beide einig. Den eigenen Lebensunterhalt soll das Start-Up aber schon bald sichern. "Unser Ziel ist es dann, im nächsten Jahr einen ersten Mitarbeiter einzustellen – wohl aber erstmal auf Basis eines Werkspraktikums."

Abo-Modell und Online-Kurse

Noch haben sie auf creacando.de lediglich zwei Boxen mit weihnachtlichem Bezug im Angebot: Mit der einen lassen sich Deko-Sterne, mit der anderen Kerzen selbst anfertigen. Bald soll ein Set zum Uhren-Basteln folgen. Geübte schaffen ein Bastelprojekt in einer halben Stunde, doch der kreative Spaß müsse dann nicht enden. Es gebe stets weitergehende Tipps, damit zum Beispiel keine Materialreste übrig bleiben. Neben den wechselnden Sets, die sie auch im Abo mit Lieferungen im Zwei-Monats-Rhythmus anbieten, wollen sie bald auch Online-Bastelkurse per Zoom realisieren.

Auch wenn beide weiter studieren wollen, sagt Lina Rehfeldt zuversichtlich: "Wir glauben zu 100 Prozent an unsere Idee." Auch andere konnten sie schon davon überzeugen: Bei der Lünale seien sie jüngst unter die besten drei beim Lüneburger Gründungsideenwettbewerb gekommen.

Haben Sie auch ein Beispiel, das in diesen Zeiten Mut macht? Dann schreiben Sie eine E-Mail an Koordinatoren@landeszeitung.de, Stichwort „Mutmacher!“

Von Alexander Hempelmann