Irene Skrobanek (Guter Nachbar), Doreen Jahn (Mitarbeiterin Deutscher Mieterbund Lüneburg) sowie Philipp Aderhold (Vorsitzender Deutscher Mieterbund Lüneburg und Rechtsberater). (Foto: be)

Hilfsorganisation Guter Nachbar: Nachfrage groß

Lüneburg. Das ganze Jahr über suchen Menschen beim Guten Nachbarn Hilfe. Schon seit 1958 unterstützt die Hilfsorganisation von fünf Verbänden der freien Wohlfahrtspflege und der Landeszeitung unverschuldet in Not Geratene in Stadt und Landkreis. Besonders in der Zeit vor Weihnachten und ganz besonders in Zeiten der Corona-Pandemie ist die Nachfrage groß, weiß Irene Skrobanek, Vorsitzende des Guten Nachbarn: „Der Zulauf ist in dieser Zeit erheblich gestiegen.“

Pandemie machte Jubiläum Strich durch die Rechnung

Umso mehr freuen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Verbänden über die vielen großen und kleinen Spenden, die auch in diesen Tagen auf dem Konto des Guten Nachbarn eingehen. Etwa über die des Deutschen Mieterbunds Lüneburg, der jetzt 1000 Euro an den Guten Nachbarn überwies. „Der Deutsche Mieterbund besteht in diesem Jahr seit 100 Jahren in Lüneburg“, sagt Philipp Aderhold, Vorsitzender und Rechtsberater.

Das Jubiläum sollte gebührend gefeiert werden, aber die Pandemie machte einen Strich durch die Rechnung. Anlässlich des Jubiläums ließ der Landesverband Niedersachsen-Bremen den Lüneburgern aber 800 Euro zukommen, die legten 200 Euro drauf, so kamen 1000 Euro für den Guten Nachbarn zusammen.

Guter Nachbar: Immer wieder geht es auch um Mieter-Probleme

Acht Bürger gründeten am 1. Juli 1920 den „Mieterverein Lüneburg zu Lüneburg“, er berät seitdem Menschen, die in ihrem Mietverhältnis Probleme haben. Auch beim Guten Nachbarn geht es immer wieder einmal um Probleme von Mietern. Aderhold: „Wir prüfen, ob man die Zusammenarbeit zwischen uns nicht verstärken kann.“

Diese Spende und die vielen anderen machen es dem Guten Nachbarn möglich, in vielen Hundert Fällen zu helfen. Etwa in dem Fall eines Ehepaars, mit dem Irene Skrobanek in ihrem Büro beim Kreisverband Lüneburg des Deutschen Rotes Kreuzes immer wieder zu tun hat: „In meiner Beratung ist seit Jahren ein Ehepaar, beide erhalten eine Erwerbsminderungsrente beziehungsweise Rente. Sie haben ihre Finanzen gut im Blick, sind sehr sparsam, aber immer mal wieder ‚drückt der Schuh‘.“

Konkrete Hilfe für Menschen, die Unterstützung verdienen

Sie schildert: „Mal ist es ein Zuschuss vom Guten Nachbarn zur Holzlieferung, mal ein Zuschuss für eine Waschmaschine, eine Unterstützung bei der Ratenzahlung für eine Zahnarztrechnung und aktuell eine Unterstützung für den zu leistenden Eigenanteil für ein Hörgerät, der auf Raten gezahlt werden kann. Es ist konkrete Hilfe für Menschen, die diese Unterstützung wirklich verdient haben.“

Dem Guten Nachbarn gehören an: die Arbeiterwohlfahrt, der Caritasverband, der Paritätische, das Deutsche Rote Kreuz (Kreisverband und Ortsverein Lüneburg-Stadt), das Diakonische Werk und die Landeszeitung. Ein Grundsatz bei der Arbeit des Guten Nachbarn ist: Vor jeder finanziellen Hilfe steht die Beratung durch die Mitarbeiter der sozialen Einrichtungen. Ein weiterer Grundsatz: Jeder Euro, der gespendet wird, kommt ungekürzt bei den Hilfesuchenden an.

Von Ingo Petersen