Sonntag , 4. Dezember 2022
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Pia Steinrücke
Die Sozialdemokraten wollen mit Pia Steinrücke in den Oberbürgermeisterwahlkampf ziehen. (Foto: t&w)

Steinrücke will Mädges Nachfolgerin werden

Der Vorstand der Lüneburger SPD schlägt die parteilose Sozialdezernentin Pia Steinrücke als Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl am 12. September vor. Die SPD ist damit die erste Partei in der Hansestadt, die gleich zum Auftakt des Wahljahres die Pflöcke für die künftige Stadtspitze einschlägt.

Lüneburg. Bei der größten Partei in der Hansestadt sind die entscheidenden Weichen für die wichtigste personalpolitische Entscheidung des Jahres in Lüneburg gefallen: Die Sozialdemokraten wollen mit Pia Steinrücke in den Oberbürgermeisterwahlkampf ziehen. Darauf verständigte sich die Spitze des Ortsvereins am Wochenende. Die 48-jährige Sozialdezernentin ist parteilos, würde am 12. September aber als Kandidatin der SPD antreten.

Steinrücke will alle Menschen erreichen

Pia Steinrücke betont: „Ich lebe jetzt seit fünf Jahren in Lüneburg und fühle mich hier zu Hause.“ Die Stadtverwaltung kenne sie inzwischen von innen heraus bestens, sie habe sich aber auch „den Blick von außen“ bewahrt. Steinrücke: „Mir ist wichtig, den Charme unserer Stadt zu erhalten und sie mit den Herausforderungen, vor denen wir stehen, weiterzuentwickeln.“ Ihr gehe es darum, „alle Menschen in der Stadt im Blick zu haben und ihnen Teilhabe zu ermöglichen“.

Bildung, Wohnen und Mobilität seien dabei die Schwerpunkte. Mit der Sozialdemokratie habe sie hier viele Berührungspunkte. Ihr gehe es aber darum, Oberbürgermeisterin für alle Menschen in der Stadt zu sein und auch fraktionsübergreifend im Stadtrat Mehrheiten zu finden.

Senkrechtstarterin in der Stadtverwaltung

Die beiden Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins, Hiltrud Lotze und Carl Johann Niederste Frielinghaus, kündigten an, dass sich Steinrücke in den nächsten Wochen den vier Gliederungen des Ortsvereins und den Jungsozialisten vorstellen werde. Am 11. Februar soll dann die offizielle Nominierung erfolgen. Weitere Bewerbungen sind bis dahin noch möglich.

Steinrücke ist eine Senkrechtstarterin in der Stadtverwaltung. 2014 kam die studierte Sozialarbeiterin als Fachbereichsleiterin nach Lüneburg. Ein Jahr später wurde die gebürtige Bocholterin aus dem Münsterland bereits Dezernentin für Bildung, Jugend und Soziales. Sie führt damit ein 500-köpfiges Mega-Ressort im Rathaus.

Die Sozialdemokraten hatten Anfang November ein breites Bewerbungsverfahren gestartet und unter anderem auch über die bundesweite Parteischule eine Nachfolgerin für Ulrich Mädge gesucht. Hier hat auch Steinrücke einen Fellowship-Kurs besucht. Lotze sagte, es habe mehrere Interessierte gegeben, davon habe es aber „niemand in die letzte Runde geschafft“. Der Vorstand des Ortsvereins habe sich am Sonnabend einstimmig für Steinrückes Nominierung entschieden.

Wie es bei CDU und Grünen weitergeht, steht am Montag in der Landeszeitung - gedruckt und digital.

Von Marc Rath

Mehr dazu:

Pressemitteilung OVV SPD