Montag , 5. Dezember 2022
Anzeige
Ein Schnappschuss mit dem Handy wird das Foto des Jahres 2020. (Foto: t&w)

Die Geschichte hinter dem Foto des Jahres

Es ist ein Blickwechsel im Nebel. Auf dem Deich stehen sich Schaf und Storch gegenüber – ein Moment, der zum Foto des Jahres 2020 wird. Wer die Fotografin ist und warum die beiden Tiere sich wohl schon öfter gesehen haben, erfahren Sie in der Geschichte hinter dem Bild.

Bleckede. Ein Freudenschrei am anderen Ende des Telefons: "Was, ich habe wirklich gewonnen? Das ist ja unglaublich", ruft Karina Kopp, als sie erfährt, dass ihr Bild bei der Aktion "Foto des Jahres 2020" den meisten Leuten gefallen hat. "Dabei hätte ich das Foto wahrscheinlich gar nicht eingereicht, hätte eine Freundin mich nicht darauf gebracht." Die sah das Foto nämlich im Handy der Hobby-Fotografin, und da es ihr so sehr gefiel, schenkte Karina Kopp es ihr ausgedruckt auf einer Leinwand. "Daraufhin hat sogar noch eine Bekannte das Bild haben wollen, und da dachte ich, wenn es anscheinend doch einigen gefällt, kann ich es ja mal einreichen." Mit Erfolg. Bei der Abstimmung zum Foto des Jahres auf der Online-Plattform Lokalportal stimmten die meisten für ihr Foto.

Tierische Begegnung am frühen Morgen auf dem Deich

Aufgenommen hatte Karina Kopp es am 24. Juni 2020 früh morgens gegen 6 Uhr in der Nähe des Bleckeder Schlosses. "Ich bin eine Frühaufsteherin und suche mir gern ruhige Ort aus, um dort mit meinem Hund Kenai spazieren zu gehen." Als sie an dem Tag dort mit dem Auto ankam, lud sie Kenai gerade aus und sah dann auf dem Deich ein Schaf und einen Storch, die sich gegenüberstanden. "Da dachte ich im ersten Moment, was machen die denn da? Die Szene wirkte auf mich, als wären die Tiere neugierig aufeinander, hätten aber auch Respekt vor dem jeweils anderen." Da zog sie ihr Handy heraus und verewigte den Augenblick.

Was der andere wohl denkt? Den besonderen Blickwechsel hat Karina Kopp in Bleckede am Deich, Höhe Schloss, am 24. Juni aufgenommen.

Das Motiv kam gut an. Auf dem Lokalportal stimmten fast ein Viertel derer, die an der Abstimmung teilnahmen, für das Tier-Foto. Zur Abstimmung standen insgesamt zehn Bilder. Britta Kreickmann kommentierte zum Gewinner-Bild etwa: "Da ist ein toller Moment eingefangen mit den Tieren. Und so schön norddeutsch mit Schaf und Storch." Ein anderer schrieb zum Foto: "Die Lüneburger Stadtmusikanten, nur nicht gestapelt..."

Schäfer erklärt das Zusammentreffen

Wer der gefiederte Protagonist des Fotos ist, bleibt ungewiss. Doch zur zweiten Hauptfigur, dem Schaf, lässt sich einiges sagen: "Das ist eins unserer rund 1000 Mutterschafe, die von Bleckede bis Artlenburg die Deiche pflegen – ein Schwarzköpfiges Fleischschaf", sagt Schäfer Stefan Erb. Er erklärt auch, dass es keinesfalls ungewöhnlich ist, dass sich dort Storch und Schaf guten Morgen sagen. "Die Schafherde ist ja andauernd in Bewegung und dadurch werden oft Insekten oder auch mal Mäuse aufgescheucht. Und das freut die Störche." Als er das Foto in der Auswahl gesehen hat, "wusste ich natürlich schon, dass es gewinnen wird", sagt Erb und schmunzelt.

Karina Kopp fotografiert am liebsten Natur und Wildtiere

Karina Kopp liegen Tiere und Natur am Herzen. In diesem Bereich fotografiert sie am liebsten, dann auch gern mit ihrer Spiegelreflexkamera. "Ich genieße besonders morgens die unglaublich schöne und vielfältige Natur unserer Stadt oder des Umlands bei den täglichen Gassi-Runden und habe angefangen, hobbymäßig zu fotografieren. Am liebsten unsere Natur und Wildtiere und natürlich meinen Hund." Seit drei Jahren sei sie zudem im Stadtrat von Bleckede tätig und versuche aktuell, allen Interessierten den schönen Ort und das Umland bewusster zu machen. "In Form einer Facebookgruppe, die heißt "Bleckede und seine Ortsteile". Mein Anliegen ist es, ein Bewusstsein zu schaffen, wie schön wir wohnen und was auch wirtschaftlich unsere Stadt alles zu bieten hat." Unter anderem gebe es dort auch Fotoalben, in den viele gute (Hobby-)Fotografen ihre Fotos aus der Bleckeder Region zur Schau stellen.

Künftig hofft Karina Kopp, noch mehr Zeit fürs fotografieren zu finden. Eines ist ihr noch ein Anliegen: "Ich möchte auf jeden Fall jedem Einzelnen herzlich dafür danken, meinem Bild seine Stimme gegeben zu haben. Ich freue mich sehr darüber."

Von Laura Treffenfeld.