Mittwoch , 30. November 2022
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Die Samtgemeinde Gellersen trauert um Josef Röttgers. (Foto: t&w)

Bürgermeister mit Herz und Hingabe

Kirchgellersen. Josef Röttgers war gerne Bürgermeister der Samtgemeinde Gellersen. Und so räumte er den Chefsessel im Reppenstedter Rathaus am 30. April 2019 auch nur ungern. Doch die schwere Krankheit zwang ihn dazu. Es war ein Abschied mit Wehmut, räumte er damals ein. „Aber im Leben gibt es wichtigere Dinge als den Job. Und zwar die Gesundheit. Ich werde jetzt in aller Ruhe alles für meine Genesung tun.“ Am vergangenen Montag ist Josef Röttgers im Alter von 62 Jahren gestorben.

„Er war beliebt und hat sich um die Samtgemeinde verdient gemacht. Mit viel Herz, Leidenschaft und Hingabe“, sagt Amtsnachfolger Steffen Gärtner. Besonders die frühkindliche Bildung und die Schaffung von Krippenplätzen habe zu den Herzensanliegen des Verstorbenen gehört, betont er.

Wahlsieg als parteiloser Kandidat

Die Ganztagsschule in Reppenstedt und den Ausbau des Schulstandortes in Kirchgellersen habe er auf den Weg gebracht. „Der Glasfaserausbau ist untrennbar mit seinem Namen verbunden.“

Die Ära des ersten hauptamtlichen Bürgermeisters in Gellersen hatte im September 2006 begonnen. Als parteiloser Kandidat der CDU war Röttgers ein politisch unbeschriebenes Blatt, setzte sich bei der Wahl trotzdem gegen die Konkurrenz durch. Der Kirchgellerser trat sein Amt am 1. Januar 2007 an.

Wiederwahl mit 83 Prozent

Der gebürtige Südoldenburger mit Wurzeln im Kreis Cloppenburg war zwar politisch ein Neuling, doch in der Verwaltung ein Fachmann. Josef Röttgers kam vom niedersächsischen Landesrechnungshof mit Büro in Lüneburg. Im Laufe der Jahre verschaffte er sich Respekt in der Kommunalpolitik und gewann die Herzen der Bürger: Mit 83 Prozent wählten sie ihn im April 2015 erneut zum Bürgermeister.

Zu seinen Ehren gibt es vom 12. bis 14. Februar Trauerbeflaggung an den öffentlichen Gebäuden in der Samtgemeinde. Ein Kondolenzbuch liegt vom 1. bis 12. Februar im Rathaus aus. „Josef Röttgers ist und bleibt mir in guter Erinnerung – nicht nur als politischer Weggefährte, sondern vor allem als guter Freund“, spricht Steffen Gärtner für viele andere in der Samtgemeinde die tiefe Trauer aus.

Von Stefan Bohlmann

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