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Vor allem in der Metallindustrie gibt es große Probleme, die Ausbildungsplätze zu besetzen. (Foto: be)

Noch hält die Brücke der Kurzarbeit

Lüneburg. Saisonbedingt stieg die Zahl der Arbeitslosen in der Region Lüneburg. Auch die Corona-Krise hinterlässt in den Zahlen der Statistiker deutliche Spuren. Noch lässt die Brücke der Kurzarbeit den Arbeitsmarkt allerdings noch robust aussehen. Im Januar waren im Bezirk der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen 17 648 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 1089 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote lag mit 5,7 Prozent 0,4 Prozentpunkte über dem Vormonatsniveau. Ein Jahr zuvor betrug die Quote 4,9 Prozent. Bundesweit liegt die Quote aktuell bei 6,3 Prozent, in Niedersachsen bei 6,1 Prozent, im Landkreis Lüneburg bei 6,4 Prozent.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar ist für Wintermonate üblich. Dennoch fiel die Zunahme mit 6,6 Prozent geringer aus als zum Jahreswechsel 2019-2020. Damals stieg die Zahl der Arbeitslosen um 8,5 Prozent.

Beginn der Impfungen gibt Perspektiven

"Insgesamt ist der Arbeitsmarkt robust. Der Beginn der Impfungen gibt Perspektiven und die Betriebe versuchen, ihre Beschäftigten zu halten und nutzen die Kurzarbeit", erläutert Kerstin Kuechler-Kakoschke, Chefin der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen. Gleichzeitig rät sie dazu, die digitalen Möglichkeiten zu nutzen und Unterlagen über die online-Funktionen auf www.arbeitsagentur.de oder die App fürs Kurzarbeitergeld einzureichen. "Das spart nicht nur Porto, sondern sorgt auch dafür, dass die Anträge direkt in unsere elektronischen Akten geleitet werden und bearbeitet werden können", so Kuechler-Kakoschke.

Mit der im Juli realisierten Kurzarbeit wurden nun für einen weiteren Monat unter Corona-Zeichen die Zahlen veröffentlicht. Danach wurde in der Region in 2075 Betrieben von 12.748 Beschäftigten kurzgearbeitet. Hinzu kommen noch die Arbeitnehmer, die in der Region leben, aber zum Job außerhalb pendeln.

Probleme für den Ausbildungsmarkt

In der Metallindustrie werden die Arbeitsmarktzahlen als "besorgniserregend" angesehen. Dr. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer der Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord, warnt vor allem vor Problemen für den Ausbildungsmarkt, weil seit Monaten keine schulischen Programme zur Berufsorientierung mehr stattfänden.

Die Unternehmen hätten bereits im vorigen Herbst überdurchschnittlich viele Ausbildungsstellen nicht besetzen können. Umgekehrt seien auch jetzt noch viele Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach dem passenden Ausbildungsplatz. jz

Arbeitsmarktreport Januar 2021

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