Sonntag , 4. Dezember 2022
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Der 13. Jahrgang darf das Johanneum bis auf Weiteres nicht mehr besuchen. Damit bleibt die Schule vorläufig geschlossen. (Foto: be)

Virus-Mutation breitet sich unter Familie aus

Der Schüler des Johanneums, der an der britischen Mutation des Corona-Virus erkrankt ist, hat sämtliche Familienmitglieder angesteckt. Das gab der Landkreis am Mittwochabend bekannt.

Lüneburg. Dazu kommen zahlreiche Infektionsfälle in der Familie des Abiturienten. Bei einem Betroffenen ist die britische Mutation mittlerweile ebenfalls bestätigt, "wir gehen aktuell davon aus, dass auch allen anderen Erkrankten aus dem Umfeld mit der neuen Virus-Variante infiziert sind", so Holzmann. Dieser Ausbruch erkläre auch die hohe Zahl von 25 Neuinfektionen am Dienstag.

"Für unsere Experten war klar, dass diese Mutation in absehbarer Zeit auch bei uns auftauchen würde", sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann. Das Gesundheitsamt habe für diesen Fall bereits Plan X im Schreibtisch gehabt.

Quarantäne kann nicht abgekürzt werden

Und die Maßnahmen der Behörde fallen angesichts der erhöhten Ansteckungsgefahr umfangreicher aus als bei den übrigen Corona-Fällen: Ein deutlich größerer Personenkreis als sonst üblich muss diesmal in Quarantäne. Und es sei nicht möglich, wie sonst üblich nach zehn Tagen durch einen Covid-19-Test die Quarantäne abzukürzen, erklärt Gesundheitsamtsleiterin Dr. Marion Wunderlich.

Mittwochvormittag hat sich auch der Krisenstab des Landkreises intensiv mit dem Fall befasst. "Die eindringliche Bitte an alle Beteiligten: Sie müssen sich unbedingt strikt an die Kontaktverbote halten", betont die Kreissprecherin. Denn zum einen gilt es als sicher, dass die britische Mutation deutlich ansteckender ist. Zum anderen gibt es seit neuestem Berechnungen aus Großbritannien, wonach eine höhere Ansteckungsrate von 50 Prozent durch den schnelleren exponentiellen Anstieg der Fallzahlen zu insgesamt mehr Toten führen kann.

Testung auf neue Varianten bei Verdacht

Viele Labore erweitern mittlerweile ihre Testmöglichkeiten auf die Sequenzierung des Virus-Genoms. Es gibt inzwischen auch Testlösungen, die Mutationen direkt in der Routinetestung anzeigen können. Bei Verdacht kann das Gesundheitsamt eine Testung auf die neuen Varianten in Auftrag geben.

Unterdessen gab es im Kreis Lüneburg gestern das 37. Todesopfer mit oder durch Corona zu beklagen: Es starb ein 55-jähriger Mann, der unter Vorerkrankungen litt.

Von Thomas Mitzlaff

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