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Die Verkaufsfläche des Designer Outlet Soltau soll um rund 50 Prozent wachsen. (Foto: phs)

Nächster Schritt für größeres Outlet in Soltau

Lüneburg. Das Designer Outlet Soltau (DOS) soll wachsen, die Verkaufsfläche von derzeit 9900 auf 15-000 Quadratmetern erweitert werden. Das will zumindest die Mutschler Gruppe als Betreiber. Klar ist, dass viele umliegenden Städte, darunter auch Lüneburg, eine Vergrößerung strikt ablehnen – aus Sorge um den ohnehin schon angeschlagenen Einzelhandel in ihren Innenstädte. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie steht der Zeitpunkt der Einleitung des Raumordnungsverfahrens zwar noch nicht fest. Klar ist aber, dass es ein sehr kompliziertes und aufwändiges Verfahren wird.

Die federführende Behörde, das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) mit Sitz in Lüneburg, hat im Vorfeld des Verfahrens Ende 2020 Telefon- und Videokonferenzen durchgeführt. Hier konnten Kommunen Stellungnahmen abgeben. Das ArL hat nun alle ergänzenden Anforderungen an die Verfahrensunterlagen aufgelistet und in einem Schreiben an die Stadt Soltau als „Untersuchungsrahmen“ zusammengefasst. Daraus geht hervor, was und welche Bereiche eigentlich genau untersucht werden. Ein Überblick:

Umverteilungseffekte schwer zu bestimmen

Räumlicher Untersuchungsrahmen: Für die Prüfung der möglichen Auswirkungen einer Vergrößerung des Centers wird ein Untersuchungsraum von 90 Minuten Fahrzeit mit dem Auto zum Standort des DOS festgelegt.

Wirkungsprognose: Dabei werden die zu erwartenden absatzwirtschaftlichen Umsatzumverteilungseffekte in dem räumlichen Untersuchungsrahmen untersucht. Also: Wie wirkt sich eine Erweiterung auf den Handel aus in Lüneburg, Celle, Harburg oder den vielen anderen Kommunen und Städten im Umkreis von 90 Minuten Fahrzeit zum DOS.

Umverteilungseffekte: Hier wird es sehr kompliziert. Untersucht werden soll auch, welche Effekte zu erwarten sind, wenn zum Beispiel ein Gast bei einem mehrtägigen Aufenthalt das (erweiterte) DOS besucht und andernfalls während seines Urlaubs in der Lüneburger Heide zum Beispiel in der Lüneburger Innenstadt auf Einkaufstour gegangen wäre. Dazu sollen neben statistischen Methoden auch Besucherbefragungen unter anderem in Lüneburg durchgeführt werden.

Bei den zu untersuchenden Umverteilungseffekten spielen auch die Bereiche Tourismus und Gastronomie sowie Kultur eine große Rolle. Das Verfahren wird mindestens ein Jahr dauern. wko

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