Mittwoch , 30. November 2022
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Günstige Wohnungen sind in Lüneburg kaum zu finden. Der Bedarf ist riesengroß. (Foto: Adobe Stock)

Hohe Last für Geringverdiener

Lüneburg. Wer kann sich Wohnen in Lüneburg noch leisten? Und wie lange? Das Pestel-Institut aus Hannover hat die Entwicklung der Mieten in Stadt und Landkreis Lüneburg analysiert. Das Fazit: die Situation der Geringverdiener am Wohnungsmarkt spitzt sich zu. Die vom Job-Center übernommenen Mieten für Single-Haushalte stiegen innerhalb von gut sechs Jahren (März 2014 bis August 2020) um 31,2 Prozent, während die Verbraucherpreise in diesem Zeitraum nur um 6,5 Prozent zulegten. Anders ausgedrückt: Die Mieten für einfache Wohnungen stiegen 4,8-mal so stark wie die Lebenshaltungskosten.

„Bei den Mieten wird oft rausgeholt, was rauszuholen ist. Dabei bauen Vermieter auf die Job-Center als zuverlässige Zahlstelle. Diese übernehmen zwar nur die Kosten für einfache Wohnungen. Auf genau diese Wohnungen sind aber nicht nur Hartz-IV-Empfänger angewiesen, sondern eben auch die vielen anderen Haushalte mit niedrigen Einkommen“, sagt Matthias Günther, Leiter des Pestel-Instituts.

Angebot an günstigen Wohnungen überschaubar

Fast ein Viertel der Beschäftigten arbeite bundesweit im Niedriglohnsektor: Vom Mindestlohnbezieher über Alleinerziehende bis hin zu Rentnern, die ihre kleine Rente mit einem Minijob aufbesserten. „Der Staat agiert inzwischen mangels eigener Wohnungen als Mietentreiber, weil er Mieten akzeptieren muss, bei denen viele Vermieter offensichtlich die Schmerzgrenze ausreizen“, sagte Günther.

Das Angebot an günstigen Wohnungen in Lüneburg ist sehr überschaubar. Um eine bessere Orientierung bei Wohnungsangeboten zu bekommen, gibt es jetzt ein Mieter-Gütesiegel: „Meinfairmieter“ prüft als Wohnungsmarkt-Label insbesondere die soziale Verantwortung von Vermietern. Mehr Informationen zum Thema gibt es im Internet unter: www.meinfairmieter.de. lz

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