Montag , 5. Dezember 2022
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Blitzer
Der neue Blitzer an der Abfahrt Häcklingen löste in seinem ersten Jahr mehr als 30.00 Mal aus. (Foto: be)

Es blitzte fast 70.000 Mal am Straßenrand

Knapp 70.000 Geschwindigkeitsverstöße haben dem Landkreis Lüneburg vergangenes Jahr rund 2,37 Millionen Euro in die Kasse gespült - das sind rund 1,6 Millionen mehr als 2019 Hintergrund sind die verstärkten Kontrollen durch mehr mobile und stationäre Blitzer.

Lüneburg. Die engmaschigere Überwachung ist politisch gewollt: Man erhofft sich so eine Senkung der Unfallzahlen und Entschärfung von Gefahrenstellen. Erstmals waren sieben stationäre Radaranlagen, drei sogenannte Blitzer-Anhänger sowie die mobilen Einheiten des Landkreises im Einsatz.

Mit Abstand am häufigsten wurde Kraftfahrern dabei die neue Überwachungsanlage an der Ostumgehung Lüneburg in Höhe der Abfahrt Häcklingen zum Verhängnis, sie löste 30 650 Mal aus - das entspricht etwa einem Prozent der dort gemessenen Fahrzeuge.

Blitzer-Anhänger lösten fast 20 000 Mal aus

So einen Wert erreichen die anderen sechs fest installierten Geräte zusammen nicht: Sie blitzten insgesamt rund 17 500 Mal, etwa jedes 1000. Fahrzeug war hier zu schnell. "Die Werte bei diesen langjährigen Anlagen sind im Vergleich zu 2019 nahezu unverändert", sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann. Es habe sich auch in vergangenen Jahren schon gezeigt, dass die Verstoßzahlen bei neuen Anlagen dagegen in der Anfangszeit immer über dem Durchschnitt lägen.

Die drei sogenannten Blitzer-Anhänger lösten im Jahr 2020 insgesamt 19 100 Mal aus. Dort hielt sich jeder 200. gemessene Fahrer nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Anlagen seien an Orten positioniert worden, die von Polizei, Verkehrsbehörden und Kommunen als Gefahrenstellen identifiziert worden seien, betont Holzmann: "Wenn auch nur ein tödlicher Unfall durch die Überwachung verhindert wurde, kann man davon ausgehen, dass viel Leid für die Angehörigen abgewendet wurde."

Konstant blieben letztlich auch die Ergebnisse der mobilen Geschwindigkeitskontrollen durch Mitarbeiter des Landkreises, die 2500 Verstöße registrierten. "Auswirkungen der Corona-Pandemie lassen sich nicht festmachen", bewertet Holzmann die Jahresbilanz.

Insgesamt fünf neue Stellen beim Kreis

Den höheren Einnahmen durch die Verkehrsüberwachung stehen auch höhere Kosten gegenüber. In der Verkehrsüberwachung wurden bereits drei neue Stellen geschaffen, um die ordnungsgemäße Bedienung der neuen Messanlagen und Auswertung der Messergebnisse sicherstellen zu können. Dazu hat der Kreisausschuss am Montag zweieinhalb weitere Stellen für die Bußgeldstelle genehmigt, die auch noch zahlreiche zusätzliche Corona-Anzeigen bearbeiten muss.

In die neue stationäre Messanlage bei Häcklingen hat der Landkreis rund 120 000 Euro investiert, eine der bestehenden Anlagen musste 2020 für rund 60 000 Euro erneuert werden. Und für die Blitzer-Anhänger sind Mietkosten in Höhe von rund 260 000 Euro angefallen.

Von Thomas Mitzlaff

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