Mittwoch , 30. November 2022
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Leuphana Universität
Zwei Forscher der Lüneburger Universität konnten mit ihren Projektanträgen zum digitalen Wandel Fördermittel in Höhe von insgesamt fast 1,2 Millionen Euro einwerben. (Foto: Archiv)

Wie Amazon die Städte verändert

Lüneburg. Mit Prof. Dr. Armin Beverungen und Prof. Dr. Volker Kirchberg konnten zwei Forscher der Lüneburger Universität mit ihren Projektanträgen zum digitalen Wandel Fördermittel in Höhe von insgesamt fast 1,2 Millionen Euro einwerben. Das haben nach Angaben der Leuphana-Pressestelle jetzt die VolkswagenStiftung und das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mitgeteilt. Beverungen beschäftigt sich mit der Frage, wie Logistikunternehmen wie Amazon die Städte verändern. Kirchberg untersucht die ökonomische und symbolische Wertschöpfung aus personenbezogenen Daten in Markt und Gesellschaft. Insgesamt werden 14 Projekte gefördert, die sich damit beschäftigen, wie die Digitalisierung unsere Gesellschaft verändert.

Für Armin Beverungen ist klar, dass Amazon als weltgrößter Online-Händler an der Spitze einer logistischen Revolution im Einzelhandel steht, die urbane Räume verändert. Sein Forschungsprojekt „Automating the Logistical City: Space, Algorithms, Speculation“ werde systematisch untersuchen, welche Auswirkungen die logistischen Aktivitäten des Versandriesen auf die Stadt haben. In drei Teilstudien wird es darum gehen, wie Amazons Vorgehen die Eigenschaften und Beziehungen des städtischen Raums verändert, wie dessen algorithmisches Management Daten, Menschen und Dinge koordiniert und welchen Ausblick Amazons Patente auf automatisierte Zukunftsszenarien logistischer Städte geben. Für das auf drei Jahre angelegte Projekt werden zwei wissenschaftliche Mitarbeiter eingestellt.

Projekt ist auf drei Jahre angelegt

Eine Analyse der Wertschöpfung aus personenbezogenen Daten, die in einer zunehmend digitalisierten Welt oft bereitwillig angeboten werden und damit massenhaft verfügbar sind, steht im Zentrum des Projekts „Commodified Agency: Social Space and the Digital Data Value Chain“ von Volker Kirchberg. Er arbeitet im Team mit den Professoren Ulf Brefeld und Ulf Wuggenig sowie der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Cheryce von Xylander. Die Forscher interessieren sich für die freiwillige und eigentliche paradoxe Unterwerfung von Nutzern unter eine digitale Macht, die ihren eigenen aufgeklärten Interessen widerspricht. Einen inhaltlichen Schwerpunkt des Projekts bildet die Musikindustrie, die inzwischen mit besonders avancierten Methoden der digitalen Datenrecherche und –valorisierung arbeitet, um zum Beispiel das Strea­ming-Medium profitabel zu gestalten. Auch dieses Projekt ist auf drei Jahre angelegt. lz

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