Dienstag , 6. Dezember 2022
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Lions Club Lüneburg-Ilmenau
Annette Brand (links) zuständig für die Lions Clubs im Norden und Ulrike Voigt vom Lions Club Lüneburg-Ilmenau. (Foto: t&w)

Homeschooling: Am Datenvolumen soll’s nicht scheitern

Bildung ist das wichtigste Gut, um Kinder zu befähigen, aus Armut herauszukommen. In der Provinz KwaZulu-Natal in Südafrika helfen ältere Schüler nun anderen Schülern, denn die Pandemie erschwert das Lernen dort immens. Unterstützung bekommen sie auch aus Lüneburg.

Lüneburg/KwaZulu-Natal. Die Pandemie hat vielerorts Probleme bei der Digitalisierung aufgezeigt. Nicht alle Schülerinnen und Schüler besitzen moderne mobile Endgeräte, nicht alle Schulen waren oder sind optimal auf das Unterrichten über Distanz eingestellt. Doch die Probleme nehmen in anderen Teilen der Welt strukturell bedingt andere Dimensionen an. "Die Endgeräte sind das eine, aber allein schon die Kosten für Strom und Datenvolumen sind für viele utopisch", erklären Annette Brand und Ulrike Voigt vom Lions Club Lüneburg-Ilmenau. Sie unterstützen die 2011 gegründete südafrikanische Stiftung Imbeleko, die sich für bedürftige und teils verwaiste Schulkinder auf dem Land einsetzt. Die Stiftung unterstützt die Kinder an Partnerschulen mit Nachmittagsangeboten, Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und Stipendienprogrammen. Doch Corona hat auch dort zur Folge, dass Schulen geschlossen sind und Kinder nicht wie sonst lernen können. Dank einer Sammelaktion, organisiert von Schülern vor Ort, sind mehr als 70 iPads, Handys und Laptops für Imbeleko-Schüler zusammengekommen. Eine große Hilfe für viele. Doch mit den Geräten allein können die Schüler noch nicht viel anfangen. "Schüler aus gehobeneren, städtischen Schulen haben dann angefangen, ihre Zugänge zu Lernsoftware zu teilen oder übrig gebliebene Zugänge abzugeben und auch Lernvideos zu drehen", erzählt Annette Brand.

Lions Club spendet 5000 Euro für Datenvolumen

Laut Imbeleko-Gründerin Sbusisiwe Myeni fehle es aber dann vor allem an Datenvolumen. 11,30 Euro kostet das für ein Kind pro Monat – bei 90 Schülern der Klassenstufe 8 bis 10 errechnet sich so für das Jahr 2021, beginnend ab 1. März, eine Summe von 10.170 Euro. 5000 Euro davon hat nun der Lions Club übernommen und das Geld bereits überwiesen. "Sbusisiwe Myeni ist vor Ort sehr gut vernetzt und kümmert sich normalerweise auch um lokale Sponsoren. Doch gerade die kleineren und mittelständischen Unternehmen sind durch die Pandemie in eine schwierige Lage gekommen und haben auch kleine Summen nicht mehr übrig" sagt Brand. Daher sei Imbeleko aktuell dankbar für Spenden jeder Art.

Nicht alle Kinder können in die Zentrale der Stiftung kommen, um dort zu lernen, denn der Weg ist weit und manche Kinder würden zu Hause gebraucht werden. "Und die Geräte können auch nur im Umfeld der Stiftung benutzt werden, denn den Kindern ein Tablet mit nach Hause zu geben, setzt sie der Gefahr aus, beklaut zu werden". Daher schließe die Imbeleko-Gründerin alle Geräte abends immer bei einer Bank ein. Für Sbusisiwe Myeni aber ein kleines Übel. Sie sagt: "Der einzige Weg, dass Kinder und Jugendliche zu unabhängigen und verantwortungsvollen Bürgern werden, ist hochwertige Bildung. Meine Zwillingsschwester und ich wurden durch Stipendien und gute Schulen gefördert, und dies möchten wir an die nächste Generation weitergeben in der Hoffnung, dass dies immer weitergetragen wird, ohne dass die Kette unterbrochen wird."

Schüler drehen als Online-Tutoren Lernvideos

Ähnlich wie ihr geht es auch dem 19-jährigen Thandwa Sithole. Er studiert aktuell Betriebswirtschaftslehre und engagiert sich nebenbei für die Stiftung, die auch ihm zuvor geholfen hat – etwa als Online-Tutor in Rechnungswesen. Die Online-Tutorials wurden auf Initiative von ehemaligen Schülern und Schülerinnen einer Partnerschule von Imbeleko, der St. Mary's DSG Kloof, zu Beginn des Lockdowns im April 2020 speziell für Abschlussklassen entwickelt. "Der Erfolg des Programms bewirkte die Ausdehnung auf andere Klassenstufen und weitere ehemalige Imbeleko-Kinder, die inzwischen selbst studieren und sich teils als Tutoren engagieren", sagt Ulrike Voigt.

Wer mehr über die Arbeit der Stiftung erfahren möchte, kann das unter www.imbeleko.org oder unter www.lions-lueneburg.de tun.

Von Laura Treffenfeld

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