Dienstag , 6. Dezember 2022
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Behördenzentrum Ost
Was passiert auf dem Parkplatz? Noch kommen Eigentümer und Stadtverwaltung nicht auf einen Nenner. (Foto: t&w)

Planen im Sinne des Stadtklimas

stellt die Weichen für einen Bebauungsplan für den Parkplatz am Behördenzentrum Ost

Wenn's nach den Vorstellungen eines privaten Investors ginge, würden Flächen des Parkplatzes am Behördenzentrum Ost schnell bebaut. Doch die Stadt bremst die Bauvoranfrage aus, weil sie Planungen eng gekoppelt an die bioklimatische Situation in dem Bereich für wichtig hält.

Lüneburg. Der Parkplatz an der Adolph-Kolping-Straße ist der letzte unbebaute Bereich im Hanseviertel, für den es noch keinen Bebauungsplan gibt. Der westliche Teil gehört dem Land, der östliche zwei privaten Eigentümern. Einer von ihnen hat nun bei der Stadt eine Bauvoranfrage gestellt. Doch die Stadt und der Investor haben unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Bebauung. Mehrheitlich bei zwei Enthaltungen der Grünen stimmte der Bauausschuss für die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Dieser soll eine einheitliche und abgestimmte Bebauungsstruktur gewährleisten sowie Grün- und Freiflächen sichern. Einstimmig fiel der Beschluss für eine Veränderungssperre aus.

Bauvoranfrage sieht wenig Platz für Grünflächen vor

Stadtbaurätin Heike Gundermann erläuterte, dass laut Bauvoranfrage vier viergeschossige Gebäude vorgesehen sind, wobei die beiden Komplexe zur Aldoph-Kolping-Straße hin auf drei Geschosse zurückgehen. Diese Gebäudekomplexe würden erheblich viele Stellplätze notwendig machen, die nicht nur durch Tiefgaragen abgedeckt werden könnten, sondern auch um die Gebäude herum angelegt werden müssten, sagte die Stadtbaurätin. Die Folge: Wenig Platz für Grünflächen. Doch genau die sind wichtig in diesem Bereich, denn die Stadtklimaanalyse hatte dort eine "ungünstige bioklimatische Situation" ausgemacht.

Denkbar aus Sicht der Stadt wären Gebäude, die sich um einen begrünten Innenhof anordnen könnten. Was dort aber wirklich möglich ist – auch mit Blick aufs Stadtklima – soll planerisch untersucht werden. Die Bauvoranfrage solle zurückgestellt und erst einmal ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Damit aber nicht, bevor dieser beschlossen ist, gebaut werden kann, sei eine Veränderungssperre notwendig, verdeutlichte Gundermann.

Linke und Grüne wollen erst Stadtentwicklungskonzept auf den Tisch

Karlheinz Fahrenwaldt (Linke) erklärte, seine Fraktion werde einen Bebauungsplan ablehnen. Erst einmal müsse das Stadtentwicklungskonzept her, bevor weitere Flächen bebaut würden. Gundermann und Oberbürgermeister Ulrich Mädge hielten dagegen: So lange es dort keinen Bebauungsplan gibt, wäre dort eine Bebauung nach Baugesetzbuch §34 möglich, sprich Bauvorhaben sind möglich, die sich nach Art, Maß und Bauweise in die nähere Umgebung einfügen. "Wir müssen B-Plan drauflegen, sonst passiert dort etwas, was wir nicht möchten." Auch Ulrich Löb (Grüne) unterstrich, dass auch seine Fraktion erst einmal ein Stadtentwicklungskonzept wolle. Eine Veränderungssperre sei aber sinnvoll.

Seniorenheim könnte auf Teil der Parkfläche entstehen

Mädge erinnerte Löb daran, dass auch mit den Grünen der Rahmenplan für das Hanseviertel abgestimmt worden sei. "Wir haben immer gesagt, wir wollen an dieser Stelle ein Seniorenheim oder Betreutes Wohnen." Wer der Aufstellung des Bebauungsplanes nicht zustimme, stimme für die Planungen des Investors.

Von Antje Schäfer

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