Freitag , 2. Dezember 2022
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Kläranlage
Die Inbetriebnahme einer neuen Klärschlammtrocknungsanlage in Winsen/L. sorgt für "dicke Luft" in Stöckte. (Symbolfoto: phs)

In Stöckte stinkt es den Einwohnern

Stöckte. Es müffelt schon seit geraumer Zeit im ganzen Ort: Eine Geruchsbelästigung, ausgehend vom Winsener Klärwerk, setzt den Einwohnern von Stöckte zu. Und zwar bereits seit Frühjahr vergangenen Jahres. Hintergrund dürfte die Inbetriebnahme einer neuen Klärschlammtrocknungsanlage sein. Die Stadt hatte 300.000 Euro in die Anlage investiert.

Weil es seit Monaten müffelt, und das bei den Einwohnern für Gesprächsstoff sorgt, hat sich Bürgermeister André Wiese nun mit einem Informationsbrief zum Thema an alle rund 750 Stöckter Haushalte gewandt. Darin erläutert er, dass beim Betrieb vermehrt streng riechende Gase freigesetzt würden, die unter bestimmten Witterungsbedingungen nach Stöckte gelangen. „Wie das Problem gelöst werden kann, steht gegenwärtig noch nicht fest“, heißt es in dem Brief. Er bedaure, das Thema nicht schon in einem Bürgerbrief zur Sprache gebracht zu haben. Doch es gibt durchaus schon Überlegungen, wie man des Gestanks Herr werden könnte.

Expertin hat Anlage in Augenschein genommen

Ergänzend zu jenem Fachbüro, das die Trocknungsanlage projektiert und ihren Bau begleitet habe, sei von der Stadt Winsen bereits im vergangenen Jahr eine unabhängige Expertin für Klärschlammbehandlung zurate gezogen worden. Sie sei vor Ort gewesen, habe die Anlage inspiziert und verschiedene Wasser- und Klärschlammproben gezogen. „Ihre Empfehlung lautete, das Klärwerk um eine Vakuum-Anlage zu ergänzen, in welcher der Klärschlamm vor der Trocknung entgast wird“, schreibt Wiese. Die Verantwortlichen bemühten sich bei Anbietern solcher Vakuum-Anlagen um einen testweisen Betrieb. Das sei aber schwierig, weil viele andere nachgerüstete Kläranlagen vergleichbare Probleme hätten und eine solche Vakuum-Anlage deshalb nicht kurzfristig zu bekommen sei. Auch der TÜV sei eingeschaltet – für Geruchsmessungen und -prognosen.

Leistung ist gedrosselt

„Um nicht noch länger warten zu müssen, soll nun eine Anlage (zunächst) für sechs Monate gemietet und bei nachweislicher Wirksamkeit ihres Einsatzes dauerhaft angeschafft werden“, teilt der Bürgermeister weiter mit. Werde die Anlage dann gekauft, könne die schon gezahlte Miete angerechnet werden. Angesichts der Auftragssumme müsse die Politik aber noch einen Beschluss dazu fassen. Bis Mitte des Jahres soll die Anlage aber installiert sein.

Wiese weist auch darauf hin, dass die Leistung der Klärschlamm-Trocknungsanlage seit Anfang Februar deutlich gedrosselt worden sei, um dadurch vor allem die Geruchsbelastung zu reduzieren. Das habe auch zur Folge, dass ein Teil des Klärschlamms wieder in nassem Zustand abgefahren werden müsse. Dies sei aber sicher keine Dauerlösung. lz

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