Mittwoch , 22. September 2021
Resi und Werner Pawlak sind nun seit 60 Jahren verheiratet. Foto: be

Ganz früh gefreit – und im Leben nicht bereut

Adendorf. Größer wird gefeiert, wenn die Lage angesichts der Corona-Krise es wieder zulässt, verspricht das Jubiläumspaar. Und zum Feiern haben Resi und Werner Pawlak auch wirklich allen Grund. Heute, Mittwoch, sind die beiden seit genau 60 Jahren verheiratet, sie feiern das Fest der diamantenen Hochzeit. Und das tun sie erst einmal im kleinen Kreise – bei Kaffee, Kuchen und Pizza.

Sogar schon 64 Jahre ist es her, dass sich die Wege der damals sechzehnjährigen Resi und des vier Jahre älteren Werner in ihrer gemeinsamen Geburts- und Heimatstadt Dortmund erstmals kreuzten. „Am 13. Februar 1956 beim Jugendsonntag in der katholischen Kirchengemeinde“, erinnern sich beide noch ganz genau. Resi, damals war ihr Nachname noch Pilgrim, war verkleidet als „Pünktchen“, Werner mit einer Kappe. Gemeinsam wurde getanzt.

Einige Monate verbrachten die beiden viel Zeit miteinander, dann verloren sie sich aus den Augen. 1957 trafen sie sich wieder, und blieben zusammen. Ein Jahr später folgte die Verlobung – sie war die Bedingung, die Resis Eltern stellten, um das junge Paar in den ersten gemeinsamen Urlaub fahren zu lassen. Eigentlich „unerhört“ in den späten 1950er-Jahren.

Mit damals 20 war sie noch nicht volljährig

Zwei Jahre später, am 3. Juni 1960, folgte die standesamtliche Heirat, zwei Tage später die kirchliche Trauung und die Hochzeitsfeier – wie es damals gängig war, in der Wohnung der Brauteltern und mit festlichem Braten, Gemüse und Soße, Kaffee und vielen Torten. Für die Trauung musste Resis Vater noch sein Einverständnis geben – denn mit damals 20 war sie noch nicht volljährig.

Das junge Paar bezog zunächst ein Zimmer in der Wohnung der Brauteltern, dort kam 1962 auch Tochter Petra zur Welt. Erst ein Jahr später bezog die Familie eine eigene Wohnung in Dortmund. Und auch beruflich ging es voran: Resi, gelernte kaufmännische Angestellte, arbeitete in einem großen Dortmunder Bekleidungshaus, Werner arbeitete sich bis zum Betriebstechniker in der Abteilung Fortschung und Qualitätskontrolle im Stahlwerk Hoesch hoch.

Neben Familie und Arbeit stand bei Resi und Werner Pawlak auch die gemeinsame Freizeitgestaltung ganz obenan. Die beiden reisten gern, etwa an die Ostsee, an den Gardasee, nach Bayern oder Österreich. Gereist wurde auch mit dem Kegelclub oder Freunden, ein Theaterabonnement war über Jahre selbstverständlich, gemeinsam reisten die beiden ihren Lieblingsjazzbands nach.

Tochter Petra und der Schwiegersohn zogen 1989 zunächst nach Hamburg, dann nach Adendorf. Adendorf und Lüneburg als Zwischenstation in den Urlaub oder auch, um die Kinder zu besuchen, wurde Resi und Werner Pawlak dann auch schon bald vertraut.

Ehrenamtliche Tätigkeit im Hoesch-Museum

Die Entscheidung, nach Adendorf, in ein Apartment mit Service in der DRK-Seniorenresidenz zu ziehen, fiel den Jubilaren dann nicht leicht. Die Heimatstadt, Freunde und die gewohnte Umgebung zurückzulassen, das war nicht einfach. Besonders für Werner Pawlak, der die ehrenamtliche Tätigkeit im Hoesch-Museum vermisst.

Ausgerechnet in den Höhepunkt der Corona-Krise, Ende März, fiel der Umzug von Dortmund nach Adendorf, aber die Sachen waren gepackt, die neue Wohnung gemütlich eingerichtet, der Umzugswagen bestellt. Und so genießen Resi und Werner Pawlak jetzt in ihrer neuen Umgebung das Leben, nur 1300 Meter von Tochter und Schwiegersohn entfernt. „Wir sind gut angekommen und fühlen uns wohl“, sagen beide.

Gefragt nach dem Erfolgsrezept für eine 60-jährige und glückliche Ehe, antwortet Resi Pawlak: „Man muss immer Rücksicht aufeinander nehmen, und man muss sich ergänzen.“ Und Ehemann Werner meint: „Egal, wie groß eine Meinungsverschiedenheit ist, vor dem Einschlafen muss sie beigelegt sein.“ pet