Mittwoch , 30. November 2022
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Heid Löper-Mitarbeiter Simon Uhde auf einem der Lastenräder aus eBike-Flotte. Bergab fährt er damit bis zu 35 km/h schnell. (Foto: Ristow)

Ruckzuck geliefert – umweltfreundlich und lokal

Lüneburg. Ab dem 8. März düsen die Radlerinnen und Radler vom „Laralü“ und vom „Heid Löper“ durch die Lüneburger Innenstadt und liefern bestellte Ware zu den Kunden nach Hause. Die zwei Zulieferunternehmen arbeiten bei diesem Projekt der "Zukunftsstadt 2030" zusammen. Die Idee dazu stammt von den Lüneburgern und den Einzelhändlern selbst. Bereits in der Vorweihnachtszeit waren die elektronischen Lastenräder im Einsatz. Nun geht es wieder los – mit der Hoffnung, das Prinzip dauerhaft zu etablieren.

So schnell ist Radler Simon mit dem eBike

"Es ist wirklich netter, mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, und ich komme meist auch besser durch als mit dem Auto", sagt Heid-Löper-Mitarbeiter Simon Uhde. Da das Lastenrad vorne länger ist als ein normales Fahrrad, musste er sich am Anfang ein wenig umgewöhnen, um die Abstände richtig einzuschätzen. Aber nun läuft's. "Manche Kunden, denen ich ihre Lieferung bringe, sprechen mich auch auf das Lastenrad an und fragen, wie schnell es fahren kann." Das eBike fährt bergab auch schon mal 35 Kilometer pro Stunde, auf gerader Strecke um die 25. "Und der Akku hält gut, ich fahre meist drei bis vier Stunden am Stück und habe den Akku noch nie leer bekommen", sagt Simon Uhde.

Händler finden den lokalen und ökologischen Aspekt gut

Unter anderem der Buchladen Lünebuch und das Spielwarengeschäft Fips haben bereits Erfahrungen mit "Das Rad bringt's" gemacht. Für Fips-Inhaber Friedrich Busch ist weniger die Geschwindigkeit bei der Lieferung ausschlaggebend als der lokale und ökologische Aspekt. "Auch die persönliche Ansprache ist ein Vorteil. Man kennt sich, und die Pakete werden nicht einfach irgendwo hingeworfen. Die Kunden können auch angeben, falls sie nicht da sind, ob sie ihr Paket hinten in den Schuppen gelegt haben wollen."

Gerade in Lockdown-Zeiten sei die Lieferung innerhalb der Stadt ein guter Service. Doch in der Begrenzung auf das Stadtgebiet lege auch der Nachteil. Laut Busch wäre eine Erweiterung auf das Umland begrüßenswert.

Die Lieferkosten trägt das Zukunftsstadt-Experiment

Wenn ein Händler Ware für den Transport hat, kann er sich beim Projekt melden und die Abhol- und die Lieferadresse der Ware angeben. Voraussetzung für den kostenlosen Service ist ein Transport innerhalb der Stadt – und eine Beschränkung auf nicht all zu große und schwere Pakete. Die Lieferkosten trägt dabei das Zukunftsstadt-Experiment, das dafür Fördermittel des Bundes einsetzt.

Die Projekt-Mitglieder sagen eine Lieferung fernab von globalen Internetkonzernen innerhalb von 24 Stunden zu. Interessierte Händlerinnen und Händler können sich per E-Mail bei dasradbringts@heid-loeper.de melden oder anrufen unter (04131) 2270100.

Von Laura Treffenfeld

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