Mittwoch , 30. November 2022
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Demonstration gegen das Patriarchat und Kapitalismus. Foto: t&w

Gegen das Patriarchat

Lüneburg. Ihren Namen will die junge Frau nicht nennen: „Wir treten nicht als Einzelpersonen auf, sondern als Bündnis“, erklärt sie, „als Feministisches Bündnis Lüneburg!“ Am heutigen Montag ist Weltfrauentag, aber auch schon gestern fand in Lüneburg eine Kundgebung mit zwischenzeitlich mehr als 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt – unter dem Motto: „Die Krise steckt im System – zusammen gegen Patriarchat und Kapitalismus“.

Rechtsschutz für Demonstranten

Die Hansestadt Lüneburg hatte die ursprünglich als Aufzug angemeldete Versammlung aus Infektionsschutzgründen zunächst nur in stationärer Form für den Marktplatz bestätigt. Doch gegen diese Auflage zogen die Veranstalter vor das Verwaltungsgericht – mit Erfolg: Die Richter genehmigten die Demonstration durch die Stadt. Der Auftakt der Veranstaltung fand im Clamartpark statt, danach führte die Route des Demonstrationszuges bis hin zum Sande, wo die Abschlusskundgebung stattfand. Laut Polizei kam es zu keinerlei Zwischenfällen.

Enge und Existenzängste

„Jede dritte Frau in Deutschland hat bereits sexuelle Gewalt erfahren“, gab das Frauenhaus Lüneburg über Lautsprecher in einer Grußbotschaft zu bedenken, 117 Frauen seien alleine im vergangenen Jahr laut Polizeistatistik von ihren Partnern oder ehemaligen Partnern getötet worden. Und die Corona-Pandemie habe die Situation noch verschlechtert: Räumliche Enge und Existenzängste würden die Gewaltbereitschaft gegen Frauen und Kinder noch verschärfen. „Gegen Sexismus jeder Art – nieder mit dem Patriarchat!“, war denn auch einer der Slogans, der während Demo zu hören war.

Widerstand!

Überhaupt lehnen die Demo-Teilnehmer das alte Rollenbild von Mann und Frau ab. Und das machten sie deutlich mit kreativen Plakaten, Spruchbändern und Parolen: „Egal ob queer oder hetero – antisexistisch sowieso“, lautet die Devise. Oder: „Ehe, Küche, Vaterland – unsere Antwort Widerstand!“ kre

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