Auch in Berlin demonstrierten Gastronomen gegen die Schließung ihrer Lokale mit dem Symbol der "Leeren Stühle", aufgestellt vor dem Brandenburger Tor. (Foto: dpa)

Lüneburger Gastronomen demonstrieren am 1. Mai: 288 leere Stühle

Lüneburg/Dresden. Am 20. April demonstrierten die Dresdener Gastronomen vor der berühmten Frauenkirche, dort stellten sie hunderte Stühle aus den Restaurants der Stadt - auf denen niemand saß. Es sollte ein Zeichen des Protests sein, denn aufgrund der Corona-Auflagen sind zahlreiche Gastronomiebetriebe in ihrer Existenz massiv bedroht.

Auch die Lüneburger Gastronomen schließen sich der Protestaktion "Leere Stühle" ihrer Dresdener Kollegen an, um darauf aufmerksam zu machen, dass auch die Zukunft ihrer Betriebe durch die andauernde Schließung massiv bedroht ist.

Am Freitag werden sie auf dem Marktplatz in Lüneburg 288 Stühle -  einen für jeden gastronomischen Betrieb der Stadt - aus ihren Restaurants un Hotels aufbauen und damit ihren Forderungen nach wirksameren Hilfen für die Branche Nachdruck verleihen.

In Lüneburg beteiligen sich unter anderem folgende gastronomischen Betriebe:

0,75 Winebar & Eatery, 95Grad, Auszeit, Avenir, Barbarossa, Beekays, Bell & Beans, Café
Valinta, Coffee House No.1, Eis Café „Elena“ am Sande, Fridos, Gelateria da Mario, Happy
Billard, Hausbar, HAVN, India Haus, Irish Pub, Krone, Mälzer, Meyerei, Ochi´s Barcelona,
Old Dubliner, Pearlharbor, Ritterakademie, Schröders Garten, September, Tir na nóg, TO
HUUS, Trattoria da Flaviis, Vamos, VICSVLE kitchen & Bar, Zeitgeist, ZweiLieben.

Organisator und Wirt Dennis Teppler sagt: „Wir wollen gemeinsam ein starkes Zeichen zur Rettung unserer Branche und unserer Betriebe setzen. Denn bei den jüngsten Verhandlungen zur Lockerung der Einschränkungen hat die Gastronomie überhaupt keine Rolle gespielt. Wir werden schlichtweg im Dunkeln stehen gelassen und steuern geradewegs in eine unglaubliche Katastrophe.“ Davon betroffen seien neben den deutschlandweit fast 2,5 Millionen Mitarbeitern auch die Industriepartner und ein Großteil der Kulturszene. "Wir sind uns unserer Verantwortung
bewusst und durchaus in der Lage, wirksame Hygiene-Konzepte zur erarbeiten und umzusetzen. Aber dazu muss man mit uns reden und uns die Perspektive geben, diese schwierige Zeit überbrücken zu können.“

Die Gastronomen haben vier Kernforderungen formuliert: 

  1. Ein klarer Fahrplan für die Wiedereröffnung der mehr als 220.000 Betriebe
  2. Einführung von 7% Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe über das Jahr hinaus
  3. Aufstockung von Zuschüssen für alle Unternehmensgrößen (bemessen an
    Steuererklärungen, um ehrlich wirtschaftenden Gastronomen gerecht zu werden)
  4. Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 80 % UND Einführung des Kurzarbeitergeldes
    auch für Auszubildende

Am Freitag, dem 1. Mai, werden im Rahmen der Aktion „Leere Stühle“ zwischen 11 und 13 Uhr die 288 Stühle auf dem Lüneburger Marktplatz aufgestellt. Die Veranstalter haben angekündigt, die gesetzlichen Vorgaben zum Infektionsschutz bei der Demo einzuhalten. lz