Montag , 5. Dezember 2022
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Zu laut, zu voll, zu gefährlich: Die Verkehrssituation auf der Bundesstraße 209 ist Amelinghausens Gemeindedirektor Christoph Palesch schon länger ein Dorn im Auge. Kann ein Projekt den Verkehr beruhigen?

Amelinghausen: Runter vom Gas mit Barbie am Zaun

Statt Ampelschaltungen, Verschwenkungen oder Verkehrsinseln könnten künftig kreative Installationen Raser in Amelinghausen auf die Bremse drücken lassen. Gemeindedirektor Christoph Palesch stellt dem Rat in seiner nächsten Sitzung das Projekt „FairVerkehr“ vor. Das Ziel: mehr Ruhe und Sicherheit im Ort.

Amelinghausen. Zu laut, zu voll, zu gefährlich: Die Verkehrssituation auf der Bundesstraße 209 ist Amelinghausens Gemeindedirektor Christoph Palesch schon länger ein Dorn im Auge, spätestens nach Abschluss der letzten Sanierung vor anderthalb Jahren. „Uns ist es damals nicht gelungen, eine Verkehrsberuhigung zu installieren“, bedauert der Verwaltungschef. Eine Lösung für das Problem wittert er nun in der Kunst.

Drei Hochschulen und Universitäten sind beteiligt

Statt Ampelschaltungen, Verschwenkungen oder Verkehrsinseln könnten künftig kreative Installationen Raser im Ort auf die Bremse drücken lassen. Dafür müsste sich die Gemeinde um eine Teilnahme an dem Modellprojekt „FairVerkehr“ bewerben, mit dem die Leuphana Universität Lüneburg, die Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg und die Technische Universität Hamburg durch Kunstwerke eine Entschleunigung des innerörtlichen Straßenverkehrs erreichen wollen.

Gemeinderat muss sein "Go" geben

Fehlt noch ein „Go“ aus dem Gemeinderat und etwas Glück: „Unglücklich ist nämlich, dass es noch eine andere Gemeinde gibt, die Interesse daran hat“, weiß Palesch. „Wir befinden uns also in einem kleinen Wettbewerb.“ Die Zeit drückt, die Ratsmitglieder sollen darum schon heute in ihrer Sitzung um 18.30 Uhr in der Lopautalhalle ihre Meinung zu dem Projekt bekunden. Für einen ersten Eindruck will Palesch Bilder möglicher Installationen vorstellen.

Kunst darf nicht skandalös sein

Eine XXL-Barbie am Gartenzaun, ein Ball im Autoanhänger oder ein Schlafzimmer im Vorgarten: Letztlich könnten die Amelinghausener selbst aus einer Fülle an Möglichkeiten auswählen, was die B 209 schmücken soll, sagt Palesch. Ihm schwebt hierzu eine Gemeindeversammlung vor, möglicherweise auch digital. Nur skandalös dürfe die Kunst nicht sein. „Sie soll den Verkehr ja beruhigen und nicht zu Gefährdungen führen.“

Doch alles der Reihe nach: Sofern der Rat ein positives Signal für das Vorhaben gibt, die Gemeinde alle Auflagen für eine Teilnahme erfüllt und den Kommunen-Wettstreit gewinnt, werden Verkehrsmessungen durchgeführt, laut Palesch voraussichtlich bereits im Sommer. „Das ist eine gute Chance, um herauszufinden, wie schnell und wie laut die Verkehrsteilnehmer tatsächlich sind“, findet er. Ziel der Initiatoren sei es, Vergleichsdaten vor und nach Aufbau der Kunstobjekte zu erheben. Kosten fielen für die Gemeinde nicht an, sagt Palesch. Er hofft auf die Macht der Kunst.

Von Anna Petersen

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