Donnerstag , 6. Oktober 2022
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Leinenzwang
Ab 1. April dürfen Hunde in der freien Natur nicht mehr frei herumlaufen. (Foto: Adobe Stock)

Hunde müssen wieder an die Leine

Lüneburg. Im Frühjahr erwacht mit zunehmender Wärme und längerem Tageslicht die Natur und wird zur Kinderstube wildlebender Tiere. Viele wachsen geschützt in Baum- oder Erdhöhlen oder hoch in den Bäumen auf. Einige, wie Junghasen, Küken von Rebhühnern, Fasanen, Wachteln, Kiebitze, aber auch Rehkitze erblicken das Licht der Welt direkt auf dem Erdboden. Besonders geschützte Bodenbrüter wie Brachvogel sind durch die Veränderung der Landwirtschaft gefährdet und vielerorts bereits verschwunden. Sie benötigen besonderen Schutz und Rücksichtnahme.

Der niedersächsische Landtag hat daher schon 2002 gesetzlich festgelegt, dass Hunde in der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis zum 15. Juli in der freien Landschaft an der Leine zu führen sind. Das gilt auch für Jagdhunde – ausgenommen ist der notwendige Einsatz zur befugten Jagd. Zur freien Landschaft zählen alle Grundstücke außerhalb geschlossener Ortschaften. „Erfreulich ist, dass immer mehr Hundehalter, die in der Regel auch Naturfreunde sind, dieses Gesetz beachten“, betont Kreisjägermeister Hans Christoph Cohrs.

Stöbernde Hunde vertreiben Bodenbrüter von ihren Nestern, die sie dann nicht mehr abdecken können, die Eier werden leichte Opfer von Krähen und Elstern oder kühlen aus. Hundehalter können nicht wahrnehmen, wenn sich das Geschehen im hohen Gras oder Unterholz abspielt. Hochträchtige Ricken können durch ihre eingeschränkte Beweglichkeit nur selten einem hetzenden Hund entfliehen. Gefundene Jungtiere sollten nicht berührt oder mitgenommen werden. Ein Tierkind, das im hohen Gras entdeckt wird, ob Hase oder Rehkitz, wurde von der Mutter nur abgelegt. Sie beobachtet ihren Nachwuchs aus sicherer Entfernung, kommt regelmäßig zum Säugen zurück.

Auch wenn es keine gesetzliche Regelung für Katzen gibt – wer während dieser Zeit seine Katze unter Kontrolle hält, schützt sehr viele Nester und Jungtiere. Um einen Auslauf der Hunde ohne Leine zu ermöglichen, stellen immer mehr Kommunen Hundehaltern eingezäunte Auslaufflächen zur Verfügung – eine sinnvolle Verwendung der Hundesteuer.

Von Oskar Lüning

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