Pendler
Wohnraum ist extrem teuer in Städten wie Hamburg. Vielen Beschäftigten bleibt als Alternative oft nur stundenlange Fahrerei mit dem Auto oder der Bahn. /Foto: Adobe Stock)

Viele Berufspendler trotz Pandemie

Lüneburg. Auch in Zeiten von Lockdown und Homeoffice bleibt die Zahl der Pendler in Stadt und Kreis Lüneburg auf einem hohen Level. Im vergangenen Jahr verließen rund 26 800 Menschen auf dem Weg zur Arbeit täglich die Kreisgrenzen. Darauf macht die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in einer Pressemitteilung aufmerksam. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf eine Statistik der Agentur für Arbeit. Demnach blieb die Zahl der sogenannten Auspendler im Kreis Lüneburg im Vergleich zum Vorjahr auf dem selben Niveau.

Zu den Hauptursachen für die anhaltend großen Pendelströme zählt nach Einschätzung der IG BAU der teure Wohnraum in Städten wie Hamburg. „Nach jahrelangen Mietsteigerungen können sich viele Beschäftigte das Leben am Arbeitsort nicht leisten. Ihnen bleibt als Alternative oft nur stundenlange Fahrerei mit dem Auto oder der Bahn“, sagt Bezirksvorsitzender Matthias Maurer.

In der Baubranche seien weite Anfahrtswege besonders verbreitet. Es dürfe aber nicht sein, dass Bauarbeiter, die in den Ballungsräumen Wohnungen bauten, sich diese selbst nicht mehr leisten könnten.

Die Gewerkschaft fordert deshalb mehr Anstrengungen bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums. „Deutlich mehr Wohnungen, die sich in den Städten auch Gering- und Normalverdiener leisten können, sind ein entscheidender Beitrag, um die Pendler-Zahlen zu verringern“, sagt Maurer. Dafür müsse die Politik klare Vorgaben machen, etwa indem kommunale Grundstücke nicht an den Meistbietenden verkauft würden, sondern an Bauherren, die sich zu preisgünstigen Mieten verpflichteten. Beim sozialen Wohnungsbau müssten die staatlichen Fördermittel massiv aufgestockt werden und einmal gebaute Sozialwohnungen dauerhaft preisgebunden bleiben.

Dass Menschen in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen können, sei nicht nur eine soziale, sondern auch eine ökologische Frage: „Weniger Pendelei bedeutet für die Betroffenen mehr Zeit für die Familie, Freunde und Hobbys. Gleichzeitig kann ein erheblicher Teil der CO₂-Emissionen im Verkehrssektor eingespart werden“, sagt Maurer. lz

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