Freitag , 2. Dezember 2022
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Elina Vildanova
Elina Vildanova ist in der kommenden Woche als Nichte von Tatjana Petrenko zu sehen. (Foto: be)

Der Wunsch nach Hässlichkeit

Nachdem sie schon vor zwei Jahren bei den Roten Rosen vorsprach, hat es für Elina Vildanova alias Nadja dann doch noch geklappt. Gerade drehte die 22-Jährige für zwei Folgen in Lüneburg. Dafür ist sie dankbar, denn die Pandemie lässt auch viele Schauspieler ohne Engagement zurück.

Lüneburg. Das illegale Autorennen war keine gute Idee. Ihr Freund hatte sie dazu überredet, jetzt ist das Auto nur noch ein Haufen Schrott. Aus Angst vor der Polizei und den Konsequenzen haut Nadja ab, taucht in Lüneburg unter. Bei ihrer Tante Tatjana will sie sich verstecken, bis Gras über die Sache gewachsen ist. Die freut sich über der Besuch, nichts ahnend, was der Grund dafür ist. Doch auch in Lüneburg wird es turbulent für Nadja. Sie gerät in ein Gerangel mit Paul Jansen (Leander Lichti), der dabei so heftig mit seinem Kopf gegen ein Auto knallt, dass er das Bewusstsein verliert und ins Krankenhaus kommt. Dramatisches Entree für Elina Vildanova bei den Roten Rosen. Die 22-Jährige ist als Nadja Petrenko in zwei Folgen zu sehen, die voraussichtlich am 31. März und 1. April ausgestrahlt werden.

Vor zwei Jahren schon einmal vorgesprochen

Für die in Russland geborene und in Deutschland aufgewachsene Schauspielerin ist es ein kurzes Gastspiel. Zwei Tage lang hat sie in Lüneburg gedreht. Immerhin. Vor zwei Jahren war sie schon einmal zum Casting bei den Rosen, damals hat es nicht geklappt mit einer Rolle. Umso dankbarer ist sie für die zweite Chance in Zeiten von Corona, die für Schauspieler ohne festes Engagement vor allem viel Unwägbarkeit bietet. Auch sie habe zuletzt kaum Angebote gehabt, dabei hat die Berlinerin durchaus schon einige Fernseherfahrung vorzuweisen. Bei „SOKO Wismar“ war sie zu sehen, bei „Letzte Spur Berlin“, „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und auch im Berliner Tatort, um nur einige zu nennen. Das bislang größte Projekt war der Kinofilm „Kokon“, wo sie unter anderem an der Seite von Jella Haase zu sehen. Der Film lief bei der Berlinale 2020 als Eröffnungsfilm der Sektion Generation 14plus und war in der Vorauswahl für den Deutschen Filmpreis.

Lange nicht getraut, den Traumberuf zu ergreifen

Dass sie mal Schauspielerin werden will, sei ihr schon früh klar gewesen, sagt sie im Gespräch mit der LZ: „Aber ich habe mich lange nicht getraut.“ Nach dem Abi aber traute sie sich, wird seither von einer Agentur vertreten und hat immer mal wieder Rollen ergattern können. Ein beachtlicher Start, der sie bestärkte: „Ich will Schauspiel studieren.“

Für die Vorsprechen können Erfahrungen wie jetzt in Lüneburg sicher nicht schaden: „Hier am Set sind alle total entspannt“, beschreibt sie ihre Eindrücke. „Ich habe es auch schon erlebt, dass bei einem Dreh alle gestresst oder gar frustriert sind.“ Nicht bei den Rosen: „Hier sind alle sehr nett. Ich genieße das richtig.“

Gestern Altstadt, morgen Kurpark

Zumal die Corona-Pandemie sich bei ihr nicht nur im Job bemerkbar macht. „Ich reise unheimlich gern, egal wohin, Hauptsache raus, aber das geht ja gerade gar nicht.“ Quasi als Urlaubsersatz nutzt sie die Stippvisite in Lüneburg auch, um sich in der für sie ungewohnten Umgebung mal ein bisschen genauer umzuschauen: „Gestern war ich in der Altstadt spazieren, nachher will ich noch in den Kurpark.“ Auch eine andere Leidenschaft leidet derzeit etwas: „Ich mache viel Sport, Boxen und Pole Dance, auch das ist ja gerade nicht so richtig möglich.“

Also bleibt mehr Zeit für die Familie und auch, um sich über die berufliche Zukunft Gedanken zu machen. Eine Traumrolle hat sie zwar nicht, wohl aber schon eine Vorstellung: „Ich würde gern mal jemand ganz Hässlichen spielen, eine Rolle, die nichts mit den gängigen Schönheitsidealen zu tun hat.“

Von Alexander Hempelmann

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