Montag , 5. Dezember 2022
Anzeige
Dom zu Bardowick.
Ausgezeichnet als eine verlässlich geöffnete Kirche, die Pilgern und Radfahrern, die im Landkreis Lüneburg unterwegs sind, offensteht, ist der Dom zu Bardowick. (Foto: be)

Pilgern ins Wendland

Der Bardowicker Pastor Hans-Martin Kätsch hat einen Ausflug ins Wendland organisiert: "Wir pilgern mit dem Fahrrad und legen am Tag rund 70 Kilometer zurück", erzählt er. Ein Ranger zeigt den Rad-Pilgern unterwegs die Schönheit der Natur im Biosphärenreservat Elbtalaue. Es gibt noch freie Plätze für Teilnehmer. Termin ist vom 7. bis 12. Juni.

Bardowick. Hans-Martin Kätsch freut sich auf die Tour im Sommer. „Dann geht’s raus in die Natur mit viel Spaß an der Bewegung“, sagt der Pastor der Peter und Paul Kirchengemeinde Bardowick. Eine Radtour ins Wendland steht an, eine ganz besondere. „Wir pilgern mit dem Fahrrad“, erzählt Kätsch, der den Ausflug zusammen mit Esther-Minette Schröder organisiert und für den es noch freie Plätze für Teilnehmer gibt. Termin ist vom 7. bis 12. Juni.

„Wir legen am Tag rund 70 Kilometer zurück“, sagt er. Die Hirtenkate Wulfsahl im Wendland dient als Standquartier für Start und Ankunft bei den Tagestouren. „Dorthin werden wir vom Bardowicker Dom aus mit dem Rad fahren, das Gepäck dort lassen und uns Tag für Tag ins und durch das Wendland aufmachen.“ Nach der Rückkehr versorgen sich die Teilnehmer selbst. „So ist jeder mal mit dem Kochen dran.“ Wie in einem Feriencamp.

Hören, Singen, Schweigen und Beten

Ein Ranger zeigt den Rad-Pilgern unterwegs die Schönheit der Natur im Biosphärenreservat Elbtalaue. „Wir werden nach rechts und links gucken, die tolle Landschaft und die wunderbaren Orte bewusst wahrnehmen“, blickt Kätsch erwartungsfroh voraus. Doch bei den Touren geht es um mehr, als nur Kilometer zu machen. „Wir unterbrechen zwischendrin und steigen aus dem Sattel, damit wir entschleunigen können.“

Dieses Innehalten, bremsen und vom Sattel steigen durch Hören, Singen, Schweigen und Beten soll zum Besinnen, zum Atemholen, zum Erholen, zum Nachdenken, zur Freude an der Bewegung und an der Landschaft und zum Neuentdecken im Außen und Innen dienen. So formuliert es der Pastor. Oder anders: „Das erdet, wenn wir nicht immer nur wie sonst, bildlich gesprochen, im Alltag am Rad drehen.“

Dabei helfen auch die klassisch-mönchischen Gebetszeiten morgens, mittags und abends, die das Programm abrunden. „Die spirituellen Momente kommen nicht zu kurz. Das ist das Schöne am Pilgern.“

Da passt es, dass der Bardowicker Dom vom Haus kirchlicher Dienste der Landeskirche Hannover das Signet als Radweg- und Pilgerwegkirche verliehen bekommen hat. „Eine offene Kirche bedeutet Gastfreundschaft, Ruhe, Zeit für ein Gebet, die Möglichkeit, die Kirche zu entdecken und mit etwas Glück sie mal ganz für sich zu haben.“ So beschreibt die Landeskirche die Voraussetzung für die Auszeichnung mit dem Markenzeichen.

„Unser Dom ist verlässlich geöffnet"

Etwa 320 Kirchen tragen das Signet für verlässlich geöffnete Kirchen und mehr als 50 Kirchen zusätzlich das für Radwege. Bedingt durch die Corona-Pandemie sind derzeit nicht alle Kirchen verlässlich geöffnet.

„Unser Dom ist verlässlich geöffnet, außerdem liegt er an verschiedenen Radwegrouten“, erzählt Hans-Martin Kätsch. Egal, welchen Weg Radler nehmen: am Bardowicker Dom kommen sie meistens vorbei.

„Interessierte können per QR-Code eine Domführung mit ihrem Smartphone machen.“ Aber auch beten und zur Ruhe kommen. Wie beim Pilgern. „Einen Bezug dazu findet sich übrigens schon in den Holzschnitzereien des Chorgestühls aus dem 15. Jahrhundert“, erzählt er. „Es sind Pilger abgebildet.“

Die Anmeldung für das Pilgern per Rad ins Wendland im Sommer ist möglich bei Pastor Hans-Martin Kätsch unter der Telefonnummer (04131) 6082306.

Von Stefan Bohlmann

Kommentare

Sie wollen die Kommentare unter diesem Beitrag lesen und kommentieren?
Dann werden Sie LZ+-Abonnent. Informationen zum Digital-Abo der LZ finden Sie hier.