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Als im Dezember klar gewesen sei, dass die Frist für die Fertigstellung und Abrechnung des Haupthauses im Juni nicht gehalten werden könne und damit auch die Fördermittel wegfielen, sei die Sanierung auch nicht mehr wirtschaftlich gewesen. Foto: t&w

Rat Barum hakt Gasthaus-Abriss ab

Der Gemeinderat Barum hat bei seiner jüngsten Sitzung einen Schlussstrich unter die Diskussionen über die gescheiterte Sanierung des Haupthauses am ehemaligen Gasthaus Flindt gezogen. Damit soll das Thema nun abgeschlossen sein.


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Der Gemeinderat Barum hat bei seiner jüngsten Sitzung einen Schlussstrich unter die Diskussionen über die gescheiterte Sanierung des Haupthauses am ehemaligen Gasthaus Flindt gezogen. Damit soll das Thema nun abgeschlossen sein.

Barum. „Gedanklich schließen wir das Thema mit dieser Sitzung ab“, sagte Bürgermeister Joachim Scherdtfeger (FDP). Zuvor hatten er und andere Ratsmitglieder noch einmal dargelegt, warum das Gremium im Dezember in nicht öffentlicher Sitzung die Notbremse gezogen und das Projekt gestoppt hatte.

Dabei hoben der stellvertretende Bürgermeister Joachim Päper (SPD) und CDU-Fraktionschef Markus Grube zwei Dinge hervor: Erstens sei nicht die marode Bausubstanz des Haupthauses maßgeblich dafür gewesen, die Sanierung abzubrechen, sondern der enge Zeitplan für Fertigstellung und Abrechnung der Maßnahme.

Experten rieten zur Notbremse

„Ausschlaggebend dafür, dass wir die Sanierung begonnen haben, war das Urteil eines Gutachters, dass die Sanierung wirtschaftlich ist, wenn wir Fördermittel erhalten; anderenfalls nicht“, sagte der Christdemokrat. Seit Ende 2016 lag der Gemeinde ein Zuwendungsbescheid im Zuge der Dorferneuerung über 844 000 Euro vor – bei Gesamtkosten von 1,35 Millionen Euro, die der Rat später auf 2,1 Millionen Euro aufstockte.

Als im Dezember klar gewesen sei, dass die Frist für die Fertigstellung und Abrechnung des Haupthauses im Juni nicht gehalten werden könne und damit auch die Fördermittel wegfielen, sei die Sanierung auch nicht mehr wirtschaftlich gewesen. „Mit dem Ziehen der Notbremse haben wir also nur das gemacht, was uns die Experten geraten haben“, so Grube.

Und der CDU-Sprecher unterstrich das Positive: „Am Ende erhalten wir 500 000 Euro Fördergeld für den Festsaal. Und das ist etwas, was viele Dörfer nicht haben.“

Gestaltung der Außenanlage im Fokus

Päper verwies darauf, dass der Kauf des Flindt‘schen Grundstückes mit den Gebäuden nicht über Kredite finanziert gewesen, sondern aus der Gemeindekasse bezahlt worden sein. Zudem sagte er, dass es im Verlauf der Planung insgesamt drei Gutachten gegeben habe, die dem Vorhaben attestiert hätten, mit Förderung wirtschaftlich zu sein.

Hilmar Fehling (CDU) hielt dem jedoch entgegen, dass diese Aussagen noch auf der Basis von 1,35 Millionen Euro Gesamtkosten getroffen worden seien. Gleichwohl legt der Rat das Thema zu den Akten und wird sich nun der stufenweisen Gestaltung der Außenanlagen zuwenden. Was mit der restlichen Fläche des rund 6000 Quadratmeter großen Grundstückes geschehen wird, entscheidet dann der nächste Rat, der am 1. November seine konstituierende Sitzung hat.

Sanierung des Immenthunweges stockt

Ins Stocken geraten ist unterdessen ein weiteres Projekt der Dorferneuerung in Barum: die Sanierung des Immenthunweges. „Dort, wo die Verbreiterung geplant ist, liegt das Glasfaserkabel“, erklärte Grube die Verzögerung. Das Kabel liege zwar, wie gefordert, 60 Zentimeter unter der Fahrbahn, jedoch sei der nicht im Rand. Tatsächlich seien es wohl nur 30 Zentimeter.

Zudem will der Wasserbeschaffungsverband die rund 60 Jahre alten Trinkwasserleitungen noch erneuern. Sollten die Arbeiten ursprünglich bis Ende April abgeschlossen sein, wird es nun laut Grube wohl „vier bis acht Wochen länger dauern“.

Von Malte Lühr

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